Selbstkündigung, ja bitte

Selbstkündigung, ja bitte

Die freiwilligen Abgänge beim AUA-Flugpersonal als Vorbild für das heimische Politikpersonal.

120 Piloten und 341 Flugbegleiter verlassen die AUA, weil sie künftig ein paar Annehmlichkeiten weniger hätten. Das ist gut so. Schließlich gefährden die Kündigungen ja angeblich in keiner Weise den Flugbetrieb, was nichts anderes heißt, als dass eine Hundertschaft an AUA-Mitarbeitern sowieso entbehrlich ist. Die übrigbleibenden rund 900 Piloten und knapp 2000 Flugbegleiter haben dafür möglicherweise verstanden, dass sie nicht mehr in einer geschützten fliegenden Werkstätte unterwegs sind.

Und damit hätten sie der heimischen Politik etwas voraus, die es trotz der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten nicht geschafft hat, auf die Annehmlichkeiten für ihre jeweilige Klientel – seien es die wohlbehüteten Beamten oder die sich als Hüter des Förderalismus aufspielenden Landespolitiker – zu verzichten. Mal schnell ein Pseudo-Sparpaket geschnürt, schon wird munter weitergewurschtelt als gäbe es kein Morgen.

Aber vielleicht dient ja die Privatisierung des Unternehmens AUA, das erst jetzt langsam zur Landung auf dem Boden der Wirtschaftsrealität ansetzt, als Vorbild für das Unternehmen Österreich. Statt Managment by Wurschteln künftig eines, das sich endlich der aktuellen kritischen Lage stellt und zukunftsorientierte Lösungen beschließt. Jene Politiker, die da mitmachen wollen, sind dabei jederzeit willkommen. Alle anderen dürften vom Recht der Selbstkündigung Gebrauch machen.