Geldtipp der Woche: Die staatliche Prämie
macht das Kraut nicht fett

Ich habe Post bekommen. Meine Versicherung schreibt mir, dass noch bis Jahresende Zeit bleibt, den Betrag, der im Jahresverlauf in die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge eingezahlt wurde, aufzustocken. In meinem wie im Fall von rund 1,5 Millionen Österreichern ist eine Zuzahlung bis zum heuer maximal geförderten Betrag von 2.313 Euro möglich.

Wer sich dazu entschließt, sichert sich für die Aufzahlung die staatliche Prämie in Höhe von 8,5 Prozent. Die Kehrseite der Medaille: Bei vielen Produkten zur staatlich geförderten Zukunftsvorsorge ist der Wurm drin. Ihre tatsächliche Ertragsentwicklung blieb seit Jahren deutlich hinter den Erwartungen zurück. Daran ist einerseits das enge Anlagekorsett der Zukunftsvorsorge schuld. So muss die Aktienquote verpflichtend in österreichische oder osteuropäische Aktien investiert werden. Das hat sich als Bumerang erwiesen: Bekannterweise kamen gerade Österreich- und Osteuropa-Aktien seit Ausbruch der Finanzkrise besonders unter Druck.

In der Garantiefalle

Dazu kommt, dass die in die vom Staat gesponserte Zusatzpension eingezahlten Gelder am Ende der Laufzeit mit einer Kapitalgarantie versehen sind. Damit die Anbieter nicht Gefahr laufen, Geld für die Börsenverluste nachzuschießen, wurde bei vielen Produkten die tatsächliche Aktienquote mehr oder weniger auf null heruntergefahren. Das ist etwa bei den Zukunftsvorsorgeprodukten der Fondsgesellschaften von Erste Bank, Raiffeisen, Bank Austria der Fall, die ab dem Start im Jahr 2003 angeboten wurden. Das Problem bleibt freilich nicht auf Fonds beschränkt. Auch Versicherungslösungen der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge wie zum Beispiel alte Tranchen des Produkts „Pension & Garantie“ der Uniqa konnten sich den Turbulenzen der Finanzmärkte nicht entziehen.

Fazit: Wer erwägt, jetzt noch eine Zuzahlung zu seinem Zukunftsvorsorgeprodukt zu machen, sollte jedenfalls mit seinem Produktanbieter Kontakt aufnehmen und sich aktuelle Details zur Wertentwicklung schicken lassen. Für den Fall, dass die Rendite bereits seit längerer Zeit frustrierend gering oder sogar negativ ausfällt, macht eine Zuzahlung keinen Sinn. Denn die staatliche Prämie allein macht das Kraut nicht fett.

- Robert Winter