Geldtipp der Woche: Auf teures Öl setzen, statt sich über Spritpreise ärgern

Doch was nützt letztlich die ganze Aufregung? Gar nichts.

Allenfalls können ein paar Medien, die derzeit Anti-Benzinpreis-Kampagnen fahren, auf etwas höhere Auflagen hoffen. Die Weltmarktpreise, die unter anderem wegen des drohenden Konflikts zwischen dem Iran und Israel in die Höhe schnellen, werden jedenfalls sicher nicht sinken, weil die Autofahrer in Rage geraten.

Über Bande investieren

Wesentlich sinnvoller ist es, selbst vom teuren Benzinpreis zu profitieren. Eine Möglichkeit wäre es, Zertifikate auf den Rohölpreis zu ordern. Diese Direktmethode hat jedoch den Nachteil, dass man schon zu einem hohen Preis einsteigt. Wesentlich sinnvoller ist es, indirekt Gewinne zu erzielen, indem man jetzt einen guten Russland-Aktienfonds kauft. Wenn die Ölnotierungen steigen, ist der größte Staat der Erde einer der Hauptnutznießer. Schließlich steigen nicht nur die Gewinne der Ölkonzerne. Über die sprudelnden Steuereinnahmen verteilen sich die Petrodollar über das ganze Land. So stiegen die Investitionen in Industrieanlagen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent und die Reallöhne um 13 Prozent.

Zwar hat sich die Börse in Moskau heuer im Einklang mit den globalen Aktienmärkten schon deutlich nach oben bewegt, ist aber unter allen nennenswerten Finanzplätzen immer noch am billigsten bewertet. Raiffeisen Research schätzt für das laufende Geschäftsjahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,8. Das ist nur etwa die Hälfte dessen, was Aktien andernorts kosten.

Nun ist das nichts völlig Neues. In Moskau werden die Aktien traditionell mit einem kräftigen Abschlag gehandelt. Das liegt unter anderem an den schwachen Rechten für Aktionäre und der latenten politischen Willkür. Trotzdem sprechen die Fakten eine klare Sprache: Das starke Gewinnwachstum der Unternehmen von durchschnittlich 38 Prozent im Vorjahr ist noch längst nicht eingepreist. Der russische Aktienindex Micex steht mit aktuell rund 1.500 Punkten fast 19 Prozent tiefer als im April 2011. Raiffeisen Research erwartet bis zum Jahresende 1.850 Punkte, das entspräche einem Anstieg von 23 Prozent.

Unter den besten Russland-Fonds finden sich gleich zwei Produkte österreichischer Banken. Der Raiffeisen-Russland-Aktien (ISIN AT0000A07FR3) liegt derzeit im Dreijahresranking mit einer Durchschnittsrendite von 38,6 Prozent per annum vor dem Pioneer Russia Stock (AT0000668264) mit 33,9 Prozent. Diese Superzahlen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Russland-Aktien nicht nur extreme Kursbewegungen nach oben kennen. Zwar schoss der Raiffeisen-Fonds im Jahr 2009 um 168 Prozent nach oben. Im Jahr 2008 hatten sich dafür drei Viertel des Kurswertes in Luft aufgelöst. Vorsichtige steigen deshalb am besten über einen Fondssparplan mit regelmäßigen monatlichen Einzahlungen in Russland ein.

- Martin Kwauka