Facebook: Börsespiel mit gezinkten Karten

Facebook: Börsespiel mit gezinkten Karten

Mit „Bingo Friendzy“ bietet Facebook seit gestern exklusiv in Großbritannien erstmals ein Glücksspiel an, bei dem es nicht nur um Vergnügen, sondern um echtes Geld geht. Es ist das erste offizielle Glücksspiel des Social Network. Als inoffizielles darf allerdings getrost der Börsegang gewertet werden – nur dass bei diesem offensichtlich mit gezinkten Karten gespielt wurde.

Wenn stimmt, was Medien berichten, dann haben einige Investmentbanken wider bessere Wissens vor dem Börsegang Stimmung für Facebook gemacht, um unmittelbar danach die von ihnen gehaltenen Aktien zu Höchstpreisen zu verkaufen – zum Schaden der neuen Anleger, die in nicht einmal drei Monaten fast die Hälfte ihres Kapitals verloren haben. So rieten die Experten von Goldmann Sachs noch zum Kauf des Papiers, als die Bank selber längst schon ausgestiegen war. Vernichtendes Urteil des deutschen Handelsblatts: „Ein milliardenschweres Täuschungsmanöver“.

Sollte sich die Vorwürfe bestätigen – in den de USA laufen bereits Klagen geprellter Kleinanleger – könnte das die nächste Bankenkrise heraufbeschwören. Auch wenn es dabei um vergleichsweise geringe Summen geht, der Vertrauensverlust wäre gigantisch und würde bis nach Europa überschwappen, wo Geldinstitute auch in Zukunft immer wieder staatliche Unterstützung benötigen werden.

Wer unterscheidet in der politischen Diskussion schon zwischen Investmentbank und Geschäftsbank? Alles „Bangster“, anders kann das Urteil gar nicht lauten.

Mitleid ist nicht angebracht. Wer nicht bereit ist, aus der Vergangenheit irgendetwas zu lernen und so weitermacht, als wäre nichts geschehen, darf sich über mangelndes Wohlwollen nicht wundern.