AUA: In Geiselhaft der Personalvertretung

Im Sommer 2009 ging die Übernahme der AUA durch die Lufthansa über die Bühne. Damals war es Rettung in letzter Sekunde, denn ein Fortbestand ohne Partner war aufgrund der defizitären Situation unmöglich. Das kapierte schlussendlich und nach jahrelangem Augenverschließen auch die Politik.

Wie ausweglos die Situation aber tatsächlich schon war, zeigte sich an der Mitgift, die der AUA von der Regierung Richtung Frankfurt mit auf den Weg gegeben wurde. Über 500 Millionen € durfte sich „der Kranich“ freuen. Niki Lauda bezeichnete diesen Deal daher zu Recht als „schlechten Witz“ und „wettbewerbsverzerrend“.

Heute ist das Management der Lufthansa bestimmt klüger. Denn trotz Geldspritze der österreichischen Regierung fliegt die AUA noch immer tief in den roten Zahlen. Es dürfte daher viel Wahres am Gerücht dran sein, dass die Lufthansa die AUA demnächst fallen lassen wird.

Diese Vorgehensweise wäre für die Lufthansa jedenfalls nicht neu. Schließlich ist auch die Schweizer Tochter Swiss nach der Insolvenz der Swissair aus deren ehemaligem Ableger Crossair entstanden. Ähnliches hat die Lufthansa nun mit der AUA und deren billigeren Regionaltochter Tyrolean vor.

Im Kern eines möglichen Turnarounds mittels Neugründung geht es um die Personalkosten und den Kollektivvertrag (KV). Insbesondere die unverschämt hohen Pilotengehälter sind für die AUA aktuell untragbar.

Am Beispiel AUA wird jedenfalls deutlich, was mit einem Unternehmen passiert, dass von der Personalvertretung in Geiselhaft genommen wird um einen unzeitgemäßen KV zu verteidigen. Ein schwer defizitäres Unternehmen wie die AUA deshalb zu bestreiken, wäre dann noch der Gipfel des Unsinns.

Aber auch die plötzliche einseitige KV-Kündigung bei der Tyrolean durch die Gewerkschaft vida – übrigens gegen den Willen der Belegschaft (!) – ist ein Indiz völliger Weltfremdheit der "Personalvertretung".

Ein Neustart für die AUA ist daher mehr als überfällig und die einzige Chance!

- Jochen Hahn

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