Anleihen und Aktien in taktischer Mischung

Anleihen und Aktien in taktischer Mischung

Die Bantleon-Bank im Schweizer Städtchen Zug hat sich als oberstes Ziel gesetzt, das Vermögen der Kunden zu erhalten.

Mit den Strategiefonds Bantleon Opportunities in den Varianten S und L ist das in den vergangenen Jahren erstaunlich gut gelungen. Beide Produkte sind Mischfonds, bei denen der Großteil des Geldes in Staatsanleihen, Pfandbriefen und anderen Rentenpapieren investiert wird. Der Unterschied zwischen den beiden Fonds: Beim konservativeren Bantleon Opportunities S (ISIN LU0337411200) können bis zu 20 Prozent Aktien beigemischt werden, beim etwas dynamischeren Bantleon Opportunities L (LU0337414303) maximal 40 Prozent.

Makrostrategie entscheidet. Die Entscheidung, ob überhaupt Aktien zum Einsatz kommen, fällt nach taktischen Überlegungen unter Berücksichtigung der aktuellen Konjunktursituation. Stehen die Zeichen auf Wachstum, wird zusätzlich auf Aktien gesetzt und die Restlaufzeit der Anleihen im Fonds deutlich verkürzt, im Extremfall praktisch auf null. Wenn das Wirtschaftswachstum den Zenit überschreitet, wird die Aktienquote rasch reduziert und im Gegenzug nicht nur der Anteil der Anleihen aufgestockt, sondern auch deren Laufzeit erhöht. Das heißt: Ist einmal eine Entscheidung für die eine oder andere Richtung der Konjunkturentwicklung getroffen, wird das Depot radikal nach dem Motto "Ganz oder gar nicht“ umgeschichtet. Falls Aktien eingesetzt werden, wird entweder pauschal der deutsche DAX oder der Eurostoxx 50 gekauft, es werden also keine Schwerpunkte bei speziellen Einzelaktien gesetzt.

Naturgemäß besteht bei solchen Entweder-oder-Strategien die große Gefahr, die Weichen zur Unzeit umzulegen und dann mit voller Kraft in die falsche Richtung unterwegs zu sein. In den vergangenen Jahren haben die Bantleon-Fondsmanager aber offensichtlich ein gutes Gespür gezeigt und größere Rückschläge vermieden (siehe Kurs-Grafiken der beiden Fondsvarianten).

So hat der Bantleon S in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt eine Rendite von 6,6 Prozent erzielt und damit das selbst gesetzte Ziel von vier Prozent per annum deutlich übertroffen. Beim Bantleon L mit einem angestrebten Ertrag von sechs Prozent lag das mittlere Jahresergebnis bei 9,7 Prozent, davon allein 9,1 Prozent seit Jahresbeginn 2012. Dass die ambitionierten Ziele des Fondsmanagements deutlich übertroffen wurden, hängt sicher auch mit der guten Performance sicherer Staatsanleihen zusammen. Angesichts der extrem niedrigen Zinsen für deutsche und ähnlich solide Papiere ist in Zukunft mit moderateren Renditen zu rechnen.

Trotzdem bleiben die Bantleon-Fonds eine interessante Beimischung zur Stabilisierung eines Wertpapierdepots. Allerdings sollte man ähnlich wie bei anderen Strategiefonds den Anteil im Anlagemix begrenzen. So kann verhindert werden, dass sich Fehlentscheidungen eines Fondsmanagers in schwierigen Marktphasen deutlich negativ auf das Gesamtvermögen eines Anlegers auswirken.

- Martin Kwauka