A-Tec: Der Verkauf des Konzerns an ein
Dreierkonsortium ist geplatzt

Der pakistanische Milliardär Alshair Fiyaz lässt A-Tec-Boss Mirko Kovats hängen. Fieberhaft wird ein neuer Käufer für Brixlegg gesucht.

Hiobsbotschaft für die Gläubiger der A-Tec: Der Verkauf des insolventen Konzerns an ein ausländisches Konsortium ist gescheitert – und das knapp eine Woche vor der für kommenden Mittwoch anberaumten außerordentlichen Hauptversammlung. Laut FORMAT-Informationen ist der Private-Equity-Fonds Solstice International des pakistanischen Milliardärs Alshair Fiyaz abgesprungen.

Fiyaz wollte die Montanwerke Brixlegg für 90 Millionen Euro übernehmen. Mit seinem Ausstieg kippt die gesamte Finanzierung des Anfang September ausverhandelten Deals. Denn ohne den Pakistani können die zur Erfüllung der 47-Prozent-Quote für die Gläubiger erforderlichen 210 Millionen Euro nicht aufgebracht werden. Derzeit steht nur mehr fest, dass der chinesische Wolong-Konzern die A-Tec-Tochter ATB (Motoren) um knapp 100 Millionen Euro und die indische PalmSquare International das Kohlekraftwerk Voitsberg um 20 Millionen (exklusive Verbindlichkeiten) übernehmen wollen.

Wettlauf gegen die Zeit

Treuhänder Matthias Schmidt sowie der Vorstand und Aufsichtsrat der A-Tec geraten jetzt unter massiven Druck, wie Aufsichtsratschef Freimut Dobretsberger im Gespräch mit FORMAT einräumt. Deshalb sollen sogar wieder die Verhandlungen mit dem zuletzt aus „rechtlichen Gründen“ abgelehnten tschechisch-slowakischen Private-Equity-Fonds Penta aufgenommen werden – und das, obwohl Penta die A-Tec soeben wegen des Verkaufs an das Konsortium verklagt hat (siehe Interview).

Dabei ist der Hauptgrund für den Absprung der Solstice International ausgerechnet die Penta-Klage. Denn der pakistanische Milliardär will in keine Rechtsstreitigkeiten verwickelt werden, die womöglich sogar eine Rückabwickelung der gesamten Transaktion zur Folge hätten.

Hinzu kommt, dass der für Brixlegg gebotene Preis mit neunzig Millionen Euro knapp bemessen ist und Fiyaz bei der außerordentlichen Hauptversammlung (HV) am Mittwoch, wo über die Angebote abgestimmt werden soll, mit Einwänden verärgerter Aktionäre rechnen muss.

Penta will dem Vernehmen nach noch immer die Montanwerke Brixlegg übernehmen, wodurch den Gläubigern ihre 47-Prozent-Quote sicher wäre. Allerdings, so betont Freimut Dobretsberger, ginge das nur, „wenn Penta das Angebot rechtlich korrigiert“. Denn laut dem früheren Chef der Postsparkasse (PSK) wäre das Angebot mit der Aufnahme hoher Kredite verbunden, die aus dem operativen Geschäft nicht zu bedienen wären.

Viel Zeit bleibt nicht. Dobretsberger hofft, dass noch vor dem Wochenende mit Penta weiterverhandelt werden kann, damit die HV plangemäß stattfindet. Falls nicht, können die A-Tec-Assets nur mehr aus der Masse heraus verkauft werden. „Dann werden die Gläubiger wohl nicht mehr als dreißig Prozent ihrer Forderungen bekommen“, sagt Dobretsberger.

Gläubiger gegen Bieterkonsortium

Doch darauf wollen es einige offenbar ankommen lassen. Neben Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger gibt es auch andere kritische Stimmen. „Den Gläubigern brächte es eine höhere Quote, würde die A-Tec aus der Masse heraus verkauft werden“, sagt etwa der Wiener Rechtsanwalt Antony Raynoschek, der einen Gläubiger vertritt, der in Wandelschuldverschreibungen der A-Tec investiert hat. Auch ein anderer Rechtsanwalt meint, dass die Veräußerung aus der Masse mehr brächte, weil dann auch die A-Tec-Tochter Emco (Werkzeuge) verkauft würde.

Dobretsberger glaubt das nicht: „Ein Verkauf aus der Masse bringt nie mehr.“

– Silvia Jelincic

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