Streit um Elektronische Gesundheitsakte geht weiter

Streit um Elektronische Gesundheitsakte geht weiter

Gerald Bachinger sieht bei Ärztekammer "schlampigen Umgang" mit Daten.

Der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger - er ist auch Sprecher der österreichischen Patientenanwälte - hat am Freitag die Info-Kampagne der Wiener Ärztekammer in Sachen Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) kritisiert. Es gebe, so versicherte er, in der Kammer selbst Probleme beim Umgang mit Patientendaten. "Dies führt die Fundamentalopposition gegen ELGA ad absurdum", befand Bachinger.

"Während sich die Wiener Ärztekammer mit einer neuen Kampagne zum Gralshüter des Datenschutzes aufschwingt, klaffen offenbar in den eigenen Reihen gravierende Lücken im Umgang mit Patientendaten", so Bachinger. Er bezog sich laut eigenen Angaben auf Vorkommnisse rund um eine Software-Firma, die Tiroler Ärzten Geld für Diagnose- und Behandlungsdaten ihrer Patienten biete.

Diese würden für eine Studie an ein privates Marktforschungsinstitut weitergeleitet werden. Dies sei kein Einzelfall, kritisierte Bachinger. Ärzte würden es mitunter mit dem Schutz der Daten ihrer Patienten nicht genau nehmen und dafür auch noch Geld kassieren, berichtete der Patientenanwalt.

Ein "derart schlampiger Umgang" mit sensiblen Informationen könne mit ELGA nicht passieren, zeigte er sich überzeugt: "Allein schon die penible und durchgehende Protokollierung der Zugriffe auf die elektronische Gesundheitsakte beugt Missbrauch vor. Der Patient sieht selbst, wer wann welche Daten aufgerufen hat, und unberechtigte Zugriffe werden bestraft."

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