iPhone: 207 Dollar werden zu 650 Dollar

iPhone: 207 Dollar werden zu 650 Dollar

Die reinen Herstellungskosten für das neue iPhone betragen rund 200 Dollar – und doch stehen die Kunden für ein Gerät Schlange, das 650 Dollar aufwärts kostet.

Es ist wieder soweit: Vor den AppleShops in aller Welt stehen, sitzen, lagern, warten die Kunden wieder auf die Chance, ein Produkt zu kaufen, das – drücken wir es höflich aus – zu recht geschmalzenen Preisen angeboten wird. 649 Dollar dürfen die Käufer in den USA in die Hand nehmen, in Deutschland kostet das neue iPhone 5 noch ein bisserl mehr: 679 Euro.

Das ist eine hübsche Stange Geld, sogar für reiche Mitteleuropäer. Und es wird noch ein wenig mehr, wenn man bedenkt, dass die reinen Herstellungskosten des iPhone 5 angeblich nur etwas mehr als 207 Dollar betragen – auf diesen Betrag kommt das Beratungsunternehmen IHS iSuppli, das traditionell die Branche in dieser Hinsicht zerpflückt. In seiner jüngsten Analyse stellt iSuppli dar, dass die reinen Hardware-Kosten unter 200 Dollar betragen.

Acht Dollar für Foxconn

Dabei handelt es sich um die 16-GB-Version; die 32-GB-Variante hat Hardware-Kosten von 209 Dollar, das Spitzenmodell mit 64 GB kostet schon 230 Dollar. Der Zusammenbau kostet bei allen drei Modellen dasselbe, nämlich acht Dollar. Das ergibt insgesamt 207 Dollar für die billigste Variante und 238 Dollar für die teuerste. Im Vergleich zum Vorgängermodell iPhone 4S wurde die Herstellung damit eine Spur teurer, unter anderem weil die entsprechenden Komponenten für den LTE-Empfang (der ja in Österreich nicht vorgesehen ist) zu berücksichtigen waren.

Beachtliche Rohertragsmargen

Jene Kunden, die derzeit (wie auf dem Bild oben heute früh in München) auf das neueste Wunderding aus dem Hause Apple warten, werden sich wohl nicht fragen, wie der Hersteller letztlich auf einen Preis von 650 Dollar für das billigste Modell bzw. rund 850 Dollar für die 64-GB-Version (jeweils ohne Mobilfunkvertrag) kommt. Alle anderen schon.

Fakt ist: Mit einer Rohertragsmarge von mehr als 70 Prozent bei diesem Produkt ist Apple der Weltmeister der Magen. Natürlich sind darin die hohen Ausgaben des Herstellers für Forschung und Entwicklung nicht berücksichtigt – aber auch nicht jene für Marketing. Erstaunlich ist auch immer wieder die Tatsache, dass selbst ältere Apple-Modelle vergleichsweise wenig an Wert verlieren. Zwar wird das Vorgängermodell, das iPhone 4S, in den nächsten Wochen billiger werden. Aber nicht so stark wie die Auslaufmodelle der anderen Hersteller.

Eine Zahl zum Schluss: Apple hat im vorigen Quartal einen Gewinn von 8,8 Milliarden Dollar erzielt.

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