Tripadvisor bewertet Österreich als potenzielles Wachstumsland

Tripadvisor bewertet Österreich als potenzielles Wachstumsland

Tripadvisor sieht Bewertungen von Hotels durch Reisende als Grundlage, um als objektive Plattform wahrgenommen zu werden – verdienen will das US-Unternehmen dennoch etwas. In Europa soll das Potenzial dafür groß sein.

Der erste Weg vor einer Reise führt Reisende oftmals auf die Seiten eines Bewertungsportals – dort können sie nachsehen, wie andere beispielsweise Hotels oder Restaurants erlebt haben. Das weltweit größte Portal, das solche Reisebewertungen bietet, ist Tripadvisor des gleichnamigen US-Unternehmens. Gegründet wurde die börsenotierte Firma vor 13 Jahren von Stephen Kaufer, der bis heute CEO ist.

44 Prozent der Zugriffe kommen inzwischen aus Europa, wo das Unternehmen speziell im deutschsprachigen Raum aber noch Wachstumspotenzial sieht – vor allem hinsichtlich der Umsätze. Diese generiert das Portal durch Weiterleitung Reisender auf Buchungsseiten. „Wir selbst sind aber keine eigene Buchungsmaschine, im Vordergrund bleiben die Bewertungen“, sagt Tom Breckwoldt, Länderchef von Tripadvisor für Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Wir zwingen den User auch nicht, auf unserer Site zu bleiben.“ Zweite Einnahmequelle sind Vermarktungsplätze auf der eigenen Site, die Hotels und anderen Tourismusunternehmen angeboten werden – diese können dann beispielsweise spezielle Angebote und Packages oder die eigene Homepage bewerben. „Der Kunde merkt aber immer, dass unser Portal von der Community gesteuert ist, nicht von den Hotels“, meint Breckwoldt.
Die Site hat weltweit 260 Millionen Besucher pro Monat, insgesamt gibt es derzeit 125 Millionen Bewertungen zu 3,1 Millionen Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Tripadvisor bezeichnet sich selbst als „weltweit größte Reise-Website“, in Österreich ist man unter den Top Vier der Reise-Sites – weiter vorne liegt etwa die Buchungsplattform Booking.com . „Ich sehe noch großes Potenzial in Österreich“, sagt Breckwoldt. Nicht nur Hotels, sondern auch Restaurants und Attraktionen können bewertet werden. „Wir wollen das gesamte Portfolio abdecken, was eine gute Reise ausmacht.“ Die Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kriterium für Tripadvisor, daher wird auch versucht, falsche Bewertungen – etwa von Hotels selbst oder von Konkurrenten dieser Hotels – herauszufiltern. Tripadvisor-Sprecherin Pia Carola Schratzenstaller sagt: „Zunächst werden Einträge maschinell untersucht, bei Auffälligkeiten nehmen sich unsere Mitarbeiter der Sache an.“ Wenn etwas als Fake identifiziert wurde, wird es von der Site genommen. „Es wird aber nicht oft versucht, da zu tricksen.“

Wachstumspotenzial sieht Breckwoldt aber nicht nur hinsichtlich der Userzahlen und bei den Firmen, die auf Tripadvisor werben, sondern auch wegen der Nutzung der Bewertungen als Feedback für die Hotels. „Sie haben einen kostenlosen Mess-Mechanismus an der Hand, der noch gar nicht ausreichend genutzt wird.“ In Zukunft will er Tripadvisor auch verstärkt in die Travel-Management-Programme von Unternehmen einbringen. „Das Interesse seitens der Firmen ist groߓ, behauptet Breckwoldt.

Im zweiten Quartal hat Tripadvisor knapp 247 Millionen Dollar umgesetzt, der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf 67 Millionen Dollar. Das Unternehmen ist seit dem Sommer 2011, nach der Abspaltung von Expedia, börsenotiert. Es betreibt weitere Websites wie seatguru.com .

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