Der große Kampf um den TV-Markt

Der große Kampf um den TV-Markt

Eine neue Technologie erhöht den Druck auf die angeschlagenen japanischen Konzerne Sony und Panasonic. LG und Samsung könnten mit OLED-Geräten den Fernsehmarkt endgültig an sich reißen.

Der zweitgrößte TV-Gerätehersteller LG Electronics hat mit dem Verkauf eines 55-Zoll-Fernsehers mit OLED-Technologie begonnen, der umgerechnet 10.000 US-Dollar kostet und dünner ist als das iPad. Damit startet LG offenbar eine Offensive auf dem schwierigen TV-Markt, auf dem sich so gut wie alle großen Hersteller derzeit blutige Nasen holen.

Das OLED-Gerät ist derzeit nur in Südkorea selbst erhältlich, doch innerhalb der nächsten drei Monate soll der Verkauf in Nordamerika, Europa und in anderen asiatischen Ländern starten. Damit will LG vor dem großen Rivalen Samsung die OLED-Produkte im großen Stil vertreiben.

Sony und Panasonic unter Druck

Für die beiden südkoreanischen Konzerne ist OLED ein weiterer Pluspunkt gegenüber der angeschlagenen japanischen Konkurrenz wie Sony und Panasonic. OLED steht für „Organic light-emitting Diode“; Fernseher mit dieser Technologie verbrauchen deutlich weniger Strom und zeigen lebendigere Bilder. Allerdings kosten diese Geräte derzeit mehr als das doppelte als vergleichbare LED-Fernseher.

Der Nachrichtendienst Bloomberg zitiert den koreanischen Analysten Seo Won Seok: „Das Hauptthema ist, wie LG die Preisdifferenz zwischen den neuen OLED-Geräten und den herkömmlichen LED-Fernsehern reduzieren kann.“ Der Preis für OLED-Produkte sollte auf 5000 bis 7000 Dollar fallen, um in attraktive Marktbereiche vorzudringen.

Samsung wollte eigentlich schon Ende Dezember mit dem Vertrieb von OLED-Geräten beginnen, hat dann aber den Verkaufsstart verschoben – wegen der hohen Endgerätepreise und den miserablen Marktbedingungen. OLED wird nach Angaben von Experten der derzeit am stärksten wachsende Bereich in der weltweiten TV-Industrie, die Jahresumsätze von insgesamt rund 100 Milliarden Dollar erzielt. Die überschaubare Zahl von weltweit 34.000 verkauften Stück OLED-Geräten werden nach Analystenschätzungen bis 2015 auf jährlich mehr als zwei Millionen Stück steigen. Der neue LG-Fernseher könnte der lange erwartete Auftakt dafür sein: Das Gerät ist vier Millimeter dünn; mehr als drei Millimeter dünner als das iPad.

Was machen die Japaner?

Sony hat seinen ersten OLED-Fernseher schon 2007 präsentiert – allerdings war das Gerät nur elf Zoll groß und mehr ein vager Versuch als ein echter Vorstoß. Nun wollen Sony und Panasonic gemeinsam entsprechende Geräte entwickeln. Es wäre höchste Zeit, wollen die beiden japanischen Konzerne nicht den TV-Markt endgültig an die Südkoreaner verlieren.

Linktipp

Infos zur OLED-Technologie auf dieser Website .

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