Steuertipp 9: Effiziente Personalplanung hilft Geld sparen

Steuertipp 9: Effiziente Personalplanung hilft Geld sparen

„In der Gastronomie sind die Personalkosten der höchste Kostenfaktor. Trotzdem wird die Personalkalkulation und –planung vielfach vernachlässigt. Ein Fehler, wie Birgit Perkounig, Steuerberaterin bei TPA Horwath in Villach, aus der Praxis weiß. Ein Leitfaden, wie Sie die tatsächlich Kosten Ihrer Mitarbeiter, richtig berechnen.“

Wie viel kostet mich mein Mitarbeiter?

Die Lohnkosten setzen sich aus den direkten Lohnkosten – das sind die Löhne und Gehälter, die den Arbeitnehmern ausbezahlt werden sowie den Lohnnebenkosten – das sind in erster Linie die Beiträge zur Sozialversicherung, Dienstgeberbeitrag, Dienstgeberzuschlag, und Kommunalsteuer zusammen. Darüber hinaus können noch zusätzliche Lohnkosten entstehen z.B. durch Fahrt- und Reisekostenersätze, Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit oder Sonn- und Feiertagsarbeit.

In der Praxis werden mit den Dienstnehmern häufig Nettolohnvereinbarungen getroffen. Viele Unternehmer unterschätzen dabei, wie viel Personalkosten ihnen das tatsächlich verursacht. Nachstehendes Beispiel zeigt, wie viel Ihnen ein Mitarbeiter mit einem monatlichen Nettobezug von EUR 1.100,-- tatsächlich kostet:

Tabelle 1:
Netto pm (pro Monat) 1.100,00
zzgl. Lohnsteuer 50,04
zzgl. SV DN-Anteil (18,06%) 253,43

Brutto pm 1.403,47

zzgl. SV DG-Anteil (21,63%) 303,57
zzgl. DB (4,50%) 63,16
zzgl. DZ (0,41%) 5,75
zzgl. KommST (3%) 42,10
zzgl. MVK-Beitrag (1,53%) 21,47

Personalkosten pm (31,07%) 1.839,53

Personalkosten pa (pro Jahr) 14 Bezüge 25.753,39

Der Dienstgeberanteil an Lohnnebenkosten beträgt rund 31%, Zuschläge für Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit sind in dieser Berechnung noch gar nicht berücksichtigt.

Wofür brauche ich eine Stundensatzkalkulation?

In der Gastronomie können die Mitarbeiterstunden in der Regel nicht direkt an die Kunden verrechnet werden. Dennoch ist es wichtig, zu wissen wie viel ein Mitarbeiter pro Stunde kostet, da diese Kosten indirekt in der Preiskalkulation gedeckt sein müssen.

Nachstehend ein Kalkulationsbeispiel zur Ermittlung der Lohnkosten je Anwesenheits- bzw. Leistungsstunde auf Basis eines Bruttomonatsbezuges von EUR 1.403,47 (netto EUR 1.100,-- pm):

Tabelle 2

Brutto pm 1.403,47

Stunden pro Woche 38,5
Stunden pm 166

Bruttolohn/Std. 8,45
zzgl. Ant. SZ/Std. (1/6) 1,41
zzgl. DB, DZ, KommSt (7,91%) 0,67
zzgl. SV DG-Anteil (21,70%) 1,83
zzgl. SV SZ (21,20%) 0,30
zzgl. MVK-Beitrag (1,53%) 0,13

Lohnkosten/Stunde gesamt in EUR 12,80

Tabelle 3

Wochen pa 52
Stunden pa 2.002
- Urlaub (5 WO) -192,50
- Krankenstand (10 Tage) -77
- Feiertage (10 Tage) -77
- sonst. Verhinderungen (5 Tage) -38,50

Anwesenheitszeit in Stunden 1.617

Lohnkosten/Anwesenheitsstunde 15,84
Leistungszeit in Stunden 1.212,75
(Annahme 75% Produktivität)

Lohnkosten/Leistungszeit/Std. in € 21,12

Wie viel Prozent Personalkosten sind angemessen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da es immer auf die jeweiligen betrieblichen Strukturen ankommt. Als Richtwert kann man 30 bis 35% von der Betriebsleistung annehmen.

Wozu Personalplanung?

Die benötigten Arbeitskräfte müssen kurz- mittel- und langfristig in ausreichender Anzahl und Qualität zur Verfügung stehen. Die langfristige Personalplanung geht mit einer Umsatzplanung Hand in Hand. Viel wichtiger ist es jedoch, auch in kurzfristigen Spitzenzeiten ausreichend Personal zur Verfügung zu haben. Dies kann durch die Erstellung von Dienstplänen, den Einsatz von geringfügig Beschäftigten oder Teilzeitmitarbeitern oder auch den Einsatz von Fremdpersonal optimiert werden. Denken Sie daran, den Dienstplan für Ihren Betrieb zu schreiben und nicht für Ihre Mitarbeiter!
Eine effiziente Personalplanung hilft Ihnen bares Geld zu sparen!

Über die Autorin: Birgit Perkounig

Link: Lohnnebenkostenrechner

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