Selbstständige bekommen Hilfe bei der Buchhaltung

Selbstständige bekommen Hilfe bei der Buchhaltung

Gründer hatten die Schwierigkeiten der Buchhaltung am eigenen Leib erfahren.

Steuern, Buchhaltung, Finanzen – wenn Selbstständige diese Worte hören, verfallen sie meist in Schockstarre. Kein Wunder: Wer sich als Ein-Personen-Unternehmen durchs Wirtschaftsleben schlagen muss, hat wenig Zeit und Nerven für diese vorwiegend unangenehmen Seiten der Selbstständigkeit. Ein Wiener Start-Up will genau das ändern: bookamat.com nennt sich das Unternehmen und so heißt auch die entsprechende Software, die Grundlage der modernen Steuererleichterung ist. Das Ganze läuft über den Webbrowser, die User können ihre Buchhaltung darüber laufen lassen. Angeblich ist die Arbeit für ein Monat in einer halben Stunde erledigt; unter anderem kann auch die lästige Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt durchgeführt werden. Die Nutzung von bookamat kostet 100 Euro für ein Jahr; ein kostenloser Testaccount läuft 30 Tage.

Aus eigener Erfahrung

Die Gründer von bookamat.com sind Patrick Kranzlmüller und Axel Swoboda (im Bild oben von links) – sie hatten am eigenen Leib erlebt, wie schwierig die buchhalterische Arbeit für Selbstständige (in Österreich gibt es schon rund 300.000 Neue Selbstständige und EPUs) ist. Im Gespräch mit FORMAT erzählt Kranzlmüller: „Wir gestalten Websites und haben uns vor einigen Jahren auf die Suche nach entsprechender Hilfe bei Buchhaltung und Steuern begeben“. Weil sie nicht fündig wurden, haben sie selbst ein Tool geschaffen. Es soll neben den lästigen Aufgaben auch die Überlebenschance der EPUs erhöhen, denn die regelmäßige Übersicht über die Finanzdaten hilft bei der Planung und bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Chancen.

Auch für den deutschen Markt

Die bookamat-Applikation wurde mit dem Django-Framework auf Basis der Python-Programmiersprache verwirklicht; die Daten der User sind auf einem Server in Wien abgespeichert. Welche Ziele haben die Gründer? „Um die Fixkosten zu decken, reichen 200 zahlende User“, sagt Kranzlmüller. Als realistisches Ziel für das erste Jahr hat er sich aber 1000 User vorgenommen. Das scheint realistisch, zumal die Anwendung auch für Deutschland erhältlich ist. „Die deutsche und die österreichische Version sind zu 85 Prozent gleich“, sagt Kranzlmüller. In Österreich sei alles aber eine Spur komplizierter. Verwendbar sei bookamat übrigens auch für Unternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern.

Steuerberater oder nicht?

Wichtige Frage: Ersetzt bookamat den Steuerberater? Die Schöpfer der Online-Anwendung nutzen selbst noch die professionelle Hilfe durch einen menschlichen Experten – allerdings wird dessen Arbeitszeit radikal verkürzt durch die Vorarbeit via bookamat. „Jeder User muss selbst entscheiden, ob er noch einen Steuerberater über die Einkommensteuer-Erklärung drüberschauen lässt oder nicht“, sagt Kranzlmüller. Für die Umsatzsteuer reiche die Anwendung mit Sicherheit. In Zukunft soll es auch eine direkte Schnittstelle zu FinanzOnline geben.

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