Polen verzichtet für UEFA auf Steuereinnahmen

Polen verzichtet für UEFA auf Steuereinnahmen

Gastland profitiert nicht von Prämien an Spieler und Verbände, Österreich war 2008 weniger großzügig

Polen verzichtet bei der Fußball-EM auf Steuern aus den Prämien der UEFA an Spieler und Nationalverbände. Auch die Einkommen der UEFA-Mitarbeiter bleiben in Polen unversteuert. Darüber berichteten am Donnerstag polnische Medien, obwohl der entsprechende Vertrag bereits 2006 ausgehandelt wurde. Sie wiesen darauf hin, dass Österreich und die Schweiz 2008 kein solches Zugeständnis an die UEFA machten und die Steuern einhoben.

Die UEFA habe den Verzicht verlangt, erklärte Malgorzata Brzoza, Sprecherin im Finanzministerium, der Zeitung "Rzeczpospolita". "Das war schon in den Anforderungen für die Kandidatur enthalten", so Brzoza. Der polnische Fußballverband habe sogar auf die Befreiung von der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten gedrängt, dagegen man sich jedoch erfolgreich gewehrt. Das Ministerium verteidigte die Vereinbarung: Die EM bringe schließlich Mehreinnahmen für Unternehmer, die einkommensteuerpflichtig seien, hieß es.

In Österreich stand eine solche Regelung nicht zur Debatte. "Die UEFA hat bei uns die gleichen Steuern gezahlt wie jedes andere Wirtschaftssubjekt", zitiert die "Rzeczpospolita" den Sprecher des Finanzministeriums in Wien, Harald Waiglein. Deren Höhe sei jedoch unbekannt, weil sie nicht gesondert erfasst würden. In der Schweiz brachten allein die Prämien an einzelne Spieler Steuereinnahmen von 4,3 Millionen Franken (3,6 Mio. Euro), wie aus einem Bericht an das Parlament hervorging.

Die UEFA will bei der EURO 2012 mehr Prämien ausschütten als bisher. So sollen die Nationalverbände insgesamt 196 Mio. Euro erhalten - je nach Platzierung. Vor vier Jahren waren es 184 Mio. Euro. Die UEFA rechnet bei dem heurigen Turnier mit Einnahmen von 1,3 Mrd. Euro - ähnlich wie 2008. Wie hoch der Gewinn sein wird, steht noch nicht fest. Bei der EM in Österreich und der Schweiz lag er bei rund 700 Mio. Euro.

- APA

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