CEE-Steuertipp 4: Höhere Umsatzsteuer in Kroatien

CEE-Steuertipp 4: Höhere Umsatzsteuer in Kroatien

2013 wird Kroatien der EU beitreten, was auch steuerrechtliche Auswirkungen hat. Die Experten von TPA Horwath geben einen Überblick darüber, welche Änderungen bereits in Kraft sind und welche mit dem EU-Beitritt in Kraft treten.

Steuerliche Änderungen in Kroatien:

1. Umsatzsteuer

Änderungen, die seit dem 1.3.2012 in Kraft sind:

Erhöhung des Normalsteuersatz von 23 % auf 25 %

Erweiterte Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes von 10 %

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 % kommt für die Lieferung von Speiseölen und -fetten, Kinderernährung, aufbereitete Säuglings- und Kindernahrung, Wasser (außer abgefülltem Wasser) sowie für Weißzucker aus Zuckerrohr und Zuckerrübe zur Anwendung.

Zusätzlich wird ab dem 1. Jänner 2013 der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 % für Lieferungen von Nahrungsmitteln, nicht-alkoholischen Getränken, Wein und Bier in Gaststätten angewendet.

Beschränkung hinsichtlich des Rechts auf Vorsteuerabzug

Beim Erwerb und der Anmietung von Flugzeugen, Schiffen, Kraftfahrzeugen und sonstigen Transportmitteln (einschließlich dem Erwerb und der Anmietung von Gütern und Dienstleistungen iZm den genannten Gütern) sind Steuerpflichtige nicht mehr berechtigt, die Vorsteuer abzuziehen.

Spätere Lieferungen der genannten Güter sind als umsatzsteuerfrei zu behandeln, wenn die Vorsteuer beim Erwerb nicht abgezogen wurde. Beim Erwerb von Waren und Dienstleistungen für Bewirtungszwecke sind Steuerpflichtige nicht berechtigt, die Vorsteuer abzuziehen.

Änderungen, die ab 1.1.2013 in Kraft treten:

Für die umsatzsteuerliche Registrierungspflicht wurde der Schwellenwert von HRK 85.000 auf HRK 230.000 erhöht. Weiters erfolgte eine Erhöhung des Schwellenwertes von HRK 300.000 auf HRK 800.000 für die vierteljährliche Umsatzsteuerabrechnungsperiode.

2. Körperschaftsteuer (Änderungen, die seit 1.3.2012 in Kraft sind)

Verringerung der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage

Eine Reduzierung der Bemessungsgrundlage um den Betrag im Falle einer Stammkapitalerhöhung kann dann vorgenommen werden, wenn der in einer Steuerperiode erzielte Gewinn für die Erhöhung des Stammkapitals genutzt wird. Der Steuerpflichtige muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Fristablauf für die Einreichung der Körperschaftsteuererklärung dem Finanzamt den Beweis liefern, dass die Erhöhung des Stammkapitals mittels des erzielten Gewinns durchgeführt wurde.

Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als steuerlich abzugsfähiger Aufwand anerkannt, wenn vom Fälligkeitsdatum bis zum Ende der Steuerperiode mehr als 60 Tage vergangen sind (anstatt wie bisher 120 Tage) und die jeweilige Forderung 15 Tage vor dem Einreichen der Steuererklärung nicht vereinnahmt wurde.

Quellensteuer auf Dividenden und Gewinnanteile

Eingeführt wurde eine Quellensteuer iHv 12% auf Dividenden und Gewinnanteile, die an ausländische juristische Personen seit dem 1. März 2012 ausbezahlt wurden. Der Quellensteuersatz kann entsprechend dem jeweilig anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommen verringert werden.

Bestimmungen, die mit dem Beitritt Kroatiens in die EU in Kraft treten (1.7.2013)

Die Quellensteuer auf Dividende und Gewinnanteile muss nicht einbehalten werden, wenn die Dividende und Gewinnanteile an verbundene Unternehmen innerhalb der EU wie folgt ausgezahlt werden:

*der Dividenden- oder Gewinnanteilempfänger hält mindestens 10% der Anteile an der Gesellschaft, die die Dividende oder Gewinnanteile auszahlt, und
* der Dividenden- oder Gewinnanteilempfänger hält diese Anteile ununterbrochen über einen Zeitraum von 24 Monaten.

3. Einkommensteuer (Änderungen, die am 1.3.2012 in Kraft getreten sind)

Erhöhung des monatlichen Freibetrags

Der monatliche Freibetrag erhöht sich von HRK 1.800 auf HRK 2.200 und der persönliche Freibetrag der Rentner von HRK 3.200 auf HRK 3.400.

Änderungen der Steuerklassen

Aufgrund der Änderung des monatlichen Freibetrags, werden die Steuerklassen wie folgt geändert:

Monatlicher Steuersatz/ monatliche Steuerbemessungsgrundlage (HRK)
12% bis 2.200
25% 2.200 – 8.800
40% über 8.800

Besteuerungen von Dividenden und Gewinnanteilen

Dividende und Gewinnanteile über HRK 12.000 werden als Kapitaleinkommen betrachtet. Die Besteuerung von Dividenden und Gewinnanteilen (über HRK 12.000) erfolgt mit einer Abzugssteuer iHv 12% (ohne Berücksichtigung des Freibetrags). Der nicht-steuerbare Betrag der Dividende und Gewinnanteile bis HRK 12.000 wird bei der Ermittlung der jährlichen Einkommenssteuer (auf Basis der eingereichten Steuererklärung) entsprechend steuermindernd berücksichtigt.

Sein Geld von der Zukunftsvorsorge in eine Pensionkasse umzuschichten ist aus steuerlicher Sicht eine gute Alternative.

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