CEE-Steuertipp 1: Tschechien vereinheitlicht Umsatzsteuersätze ab 2013

CEE-Steuertipp 1: Tschechien vereinheitlicht Umsatzsteuersätze ab 2013

Nicht nur in Österreich auch in anderen CEE-Staaten gab es heuer zahlreiche Änderungen in den Steuergesetzen. In Tschechien wurde etwa der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 auf 14 % erhöht. Ab 2013 sollen der ermäßigte und der Normalsteuersatz durch einen einhetlichen Umsatzsteuersatz ersetzt werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen von den Experten der TPA Horwath.

Änderungen in Tschechien:

1. Umsatzsteuer

Es wurde eine weitere Novelle des Umsatzsteuergesetzes verabschiedet, welche bereits mit 1. Jänner 2012 in Kraft getreten ist.

Seit dem 1.1.2012 wurde der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 % auf 14 % erhöht – der Normalsteuersatz bleibt unverändert. Das heißt, es gelten nunmehr der ermäßigte Steuersatz von 14 % und der Normalsteuersatz von 20 %. Ab dem 1. Jänner 2013 werden die beiden Umsatzsteuersätze (ermäßigter Steuersatz sowie Normalsteuersatz) durch einen einheitlichen Umsatzsteuersatz in Höhe von 17,5 % ersetzt.

Seit dem 1.1.2012 ist eine neue Vorschrift des lokalen Reverse Charge Systems („Umkehr der Steuerschuld“) in Bezug auf die Erbringung von Bau- und Montagearbeiten zwischen Unternehmern mit Leistungsort in CZ anzuwenden.

2. Sozialversicherung

Zusammenlauf der Funktionen der Geschäftsführung
Am 1.1.2012 ist eine Novelle des Krankenversicherungsgesetzes und weiterer Gesetze in Kraft getreten. Diese Novelle beinhaltet wichtige Änderungen, die die satzungsmäßigen Vertreter und die Mitglieder der satzungsmäßigen Organe der Gesellschaft betreffen.

Vergütungen von satzungsmäßigen Organen (die zB auf Basis eines Vertrages erfolgen) unterliegen nun der Pensions- sowie der Krankengeldversicherung. Unter den genannten Voraussetzungen fallen Sozialversicherungsbeiträge iHv 6,5 % für Arbeitnehmer sowie 25 % für Arbeitgeber an. Die Änderungen führen zu einer Verpflichtung, die Mitglieder der satzungsmäßigen Organe bei der Sozialversicherungsverwaltung anzumelden.

Höchstbeitragsgrundlage
Die jährliche Höchstbeitragsgrundlage der Krankenversicherung erhöhte sich auf CZK 1.809.864 und die jährliche Höchstbeitragsgrundlage der Pensions- und Krankengeldversicherung reduzierte sich auf CZK 1.206.576.

3. Körperschaftsteuer

Seit 1.1.2012 sind Vergütungen von Organmitgliedern steuerlich absetzbar. Bisher konnten nur die Gehälter der Geschäftsführer steuerlich geltend gemacht werden.

4. Regelungen der Unterkapitalisierung

Das tschechische Finanzministerium veröffentlichte neue Richtlinien betreffend die Regelungen der Unterkapitalisierung. Die Richtlinien legen für die Berechnung der absetzbaren Aufwendungen die Methode des gewogenen Durchschnitts fest (im Einklang mit § 25, Abschnitt 1, Buchst. W des EStG).

5. Sonstige Änderungen, die am 1.1.2015 in Kraft treten

Die Quellensteuer auf Dividenden und auf Liquidationsüberschüsse oder auf den Abrechnungsanteil wird aufgehoben;

Kollektive Investments (Fonds) unterliegen einer Nullbesteuerung und es wurde eine konsequente Besteuerung der Auszahlungen aus dem System (Quellensteuer iHv 19 %) eingeführt. Die von den Beteiligungs- und Investmentfonds ausgezahlten Gewinnanteile unterliegen also weiterhin der Quellensteuer.

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