"Lebensfeuer"-Analyse: Kürzerzutreten als Weg zu mehr Produktivität

"Lebensfeuer"-Analyse: Kürzerzutreten als Weg zu mehr Produktivität

Downshifting, einen Gang runterschalten - daran denken auch Journalisten immer wieder. Aus gutem Grund, da das Burn-out-Risiko in der Berufsgruppe der schreibenden Zunft überproportional hoch ist.

Zwei Redakteure des trend - nennen wir sie aufgrund von Datenschutzbedenken "Max“ und "Moritz“ - wollten wissen, ob sie Burn-out-gefährdet sind. Sie unterzogen sich dazu der "Lebensfeuer“-Messung. Das dafür notwendige Gerät des gleichnamigen Wiener Gesundheitsdienstleisters ist kleiner als eine Streichholzschachtel, wird mittels zweier Elektroden an die Brust geheftet und 24 Stunden durchgehend getragen. Wie ein klassischer Elektrokardiograf misst es die Rhythmik der Herzschläge, in der sich widerspiegelt, wie ökonomisch das vegetative Nervensystem arbeitet.

"Wie ein Spielfilm, den das Herz gedreht hat“, sagt Alfred Lohninger, Mediziner und "Lebensfeuer“-Chef. Das vegetative Nervensystem ist deshalb so entscheidend, weil es alle Vitalfunktionen des Körpers steuert, etwa Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. Wie ein hochsensibles Messgerät reagiert es auf alles, was der Organismus im Innen und Außen erlebt. Es arbeitet umso ökonomischer und damit leistungsfähiger, je besser seine beiden Anteile Sympathikus und Parasympathikus ausbalanciert sind. Ersterer steuert das Kampf- und Fluchtverhalten, Letzterer aktiviert den Erholungsmodus. Die Konsequenz: Je besser das Gleichgewicht zwischen den Gegenspielern Aktivität und Erholung, desto gesünder der Mensch.

Loderndes Leben

Die Messdaten werden grafisch aufbereitet und geben so etwa Aufschluss über die momentane Gesamtkonstitution. Je bunter und je höher die "Flammen“, desto vitaler (siehe Messdaten ).

Erste Erkenntnis: Max - der gerade ein halbes Jahr Auszeit hinter sich hat - ist total vital. Moritz ist ziemlich erschöpft, die vergangenen Jahre mit ständigem Druck und ohne längere Urlaube fordern ihren Tribut. Das zeigt sich auch am "biologischen“ Alter, das beträchtlich vom realen Alter abweichen kann: Max, 37, ist biologisch ganze zwölf Jahre jünger, Moritz, 51, ist hingegen zwei Jahre älter als in Wirklichkeit. Dennoch: Burn-out-gefährdet ist auch Moritz nicht - noch nicht.

Da während der 24-stündigen Messperiode auch alle Aktivitäten protokolliert werden, lässt die "Lebensfeuer“-Analyse Rückschlüsse darauf zu, welche davon guttun und welche nicht. Moritz etwa schläft mit sechs Stunden zu kurz, der Schlaf ist außerdem wenig erholsam. Am Tag ist Moritz dafür häufig unkonzentriert. Aufschlussreich ist auch, dass seine Pulsfrequenz gerade in den Phasen ansteigt, die er als "Entspannung“ protokolliert hat. Von echter Regeneration keine Spur, der Organismus befindet sich im Dauerstress-Modus. Wenn Moritz nicht kürzertritt, ist das Burn-out nur noch eine Frage der Zeit. Er sollte sofort einen langen Urlaub antreten, am besten verbunden mit einer Entschlackungskur. Anschließend sollte Moritz regelmäßig Sport betreiben und lernen, während der Arbeitszeit kurze, aber bewusste Pausen einzulegen.

Am besten wäre Lohninger zufolge ein kurzes Mittagsschläfchen, dadurch stiege die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent, die Entscheidungsfähigkeit gar um 50 Prozent. Angesichts der Anforderungen im Redaktionsalltag ist das kaum vorstellbar. Aber dennoch: "Für die Gesundung sind gerade die kleinen Dinge, die sich leicht in den Tagesablauf einbinden lassen, entscheidend“, sagt Lohninger. Und prägnanter: "Wir vermitteln den Leuten artgerechte Haltung.“

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