Heinisch-Hosek verschickt "Handlungsanleitung" zur Frauenförderung

Heinisch-Hosek verschickt "Handlungsanleitung" zur Frauenförderung

Ministerin hält an verpflichtenden Frauenförderplänen fest.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) arbeitet weiter an der Frauenförderung in Betrieben. Mit einem neuen Leitfaden, der an die 600 größten Unternehmen des Landes verschickt wird, möchte sie die Betriebe nun dazu motivieren. Die Broschüre soll eine "Handlungsanleitung" darstellen, "wie Unternehmen Frauenförderung beginnen können" - indem Ziele und verschiedene strukturelle Maßnahmen vorgeschlagen werden, erklärte die Ministerin am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Der "Kompass für Unternehmen", wie Heinisch-Hosek meinte, beruhe aber auf Freiwilligkeit und lasse den Betrieben völlige Freiheit bei der Umsetzung. Aber: "Wenn Frauenförderung klappen soll, muss sie vom Chef unterstützt werden", betonte sie und warnte: "Diskriminierung ist immer eine Wachstumsbremse". Würde das gesamte Potenzial der Frauen genützt, könnte sich das wirtschaftliche Wachstum laut der Ministerin um 30 Prozent steigern.

Unterstützung holte sich Heinisch-Hosek von den Chefs von ÖBB und Erste Bank. Beide Unternehmen haben bereits Schritte zur Frauenförderung gesetzt. Man arbeite daran, aus den Bundesbahnen ein "normales und erfolgreiches Unternehmen" zu machen und da sei es "logische Konsequenz, dass wir auf die Hälfte des Potenzials nicht verzichten können", betonte ÖBB-Chef Christian Kern. Der gesamte Frauenanteil bei den ÖBB soll von etwa acht auf elf Prozent steigen, jener bei den Führungskräften von sieben auf 15 Prozent. Kern räumte ein, dass diese Ziele zwar nicht "astronomisch" seien, aufgrund der traditionell männlichen Berufe und der Tatsache, dass das Unternehmen eher Mitarbeiter abbaue als aufnehme, habe man aber wenig Spielraum.

Die Erste Group hat laut ihrem Chef Andreas Treichl bei 50.000 Mitarbeitern einen Frauenanteil von 71 Prozent. Auf der Ebene der Führungskräfte betrage er noch 48 Prozent, in Österreich - im Ländervergleich "deutliches Schlusslicht" - liege er gar nur bei 32 Prozent. Binnen fünf Jahren möchte man den Anteil auf 40 Prozent steigern, was sehr stark mit Mobilität, der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und der "Integration der Familie ins Arbeitsleben" zu tun habe.

An ihrem Plan, Betriebe ab 100 Mitarbeitern zu Frauenförderpläne zu verpflichten, will Heinisch-Hosek festhalten. Jedoch: "Der Gegenwind ist sehr groß", verwies sie auf die ablehnende Haltung der Wirtschaftskammer. Skeptisch zeigten sich auch Kern und Treichl. Er halte es für schwierig, das Gesetz so zu formulieren, dass es branchenspezifische Gegebenheiten in den Unternehmen berücksichtige, meinte Treichl. Es wäre "allemal besser, wenn es ohne Gesetz funktioniert" - wichtig sei aber, dass es überhaupt funktioniere.

Der Nachfrage, ob man Betrieben nicht durch Steuererleichterungen Anreize zur Frauenförderung bieten könnte, stand die Ressortchefin grundsätzlich offen gegenüber. Das könnte man bei der nächsten Steuerreform mit der Finanzministerin diskutieren, überlegte sie, "warum nicht?".

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