FORMAT Uni-Ranking 2012 - Studieren für die Karriere

FORMAT Uni-Ranking 2012 - Studieren für die Karriere

Absturzgefahr an den Aktienmärkten, mickrige Renditen für sichere Anleihen, sinkende Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen. Und doch gibt es ein Investment, das sich immer noch lohnt: Bildung.

Jedes Jahr, das der Ausbildung gewidmet wird, bringt in Österreich laut einer europaweiten Studie eines Forschungsinstituts der deutschen Bundesanstalt für Arbeit ein um fünf Prozent höheres Jahreseinkommen. Für Frauen beträgt diese sogenannte Bildungsrendite sogar sechs Prozent.

Hochschulabschlüsse lohnen sich hierzulande ganz besonders: Die OECD konstatiert in einer Bildungsstudie einen Einkommensvorsprung von 74 Prozent für Akademiker. Solche Argumente zählen natürlich vor allem bei karriere- und aufstiegsorientierten Studiosi, die sich für eine von künftigen Arbeitgebern besonders nachgefragte wirtschaftliche oder technische Studienrichtung entscheiden. Ihnen bietet das FORMAT-Ranking der von den Universitäten und Fachhochschulen angebotenen Wirtschafts- und Technikstudien ein spezielles Service: Die Ranglisten beruhen auf den Einschätzungen der Jobchancen, die Absolventen mit den jeweiligen Abschlüssen haben, durch die Personalchefs der führenden heimischen Unternehmen - und das sind genau diejenigen, denen die jungen Akademiker spätestens beim Einstellungsgespräch gegenübersitzen werden.

Praxisrelevante Bewertung

Im Gegensatz zu anderen Hochschulrankings fließen somit weder Rahmenbedingungen des Studiums wie Verfügbarkeit von Seminar- und Laborplätzen noch das Betreuungsverhältnis von Professoren und Studierenden und auch nicht Kriterien wie die Anzahl von Publikationen in internationalen wissenschaftlichen Journalen durch Hochschulmitarbeiter in die Bewertung ein. Es geht um die voraussichtliche Verwertbarkeit des Studiums im Form von Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt - um nicht mehr, aber auch nicht um weniger. Um diese Aussagekraft sicherzustellen, hat die Marktforschungsagentur euroSEARCH dialog, die diese Umfrage im Auftrag von FORMAT konzipiert und organisiert, durch personalisierte Zugangscodes zum Online-Fragebogen dafür gesorgt, dass nur fachlich qualifizierte Personalexperten an der Wertung teilnehmen.

Gefragt wurde dabei nicht nur nach der Einschätzung der einzelnen Studiengänge (siehe Tabellen ), sondern auch nach einer allgemeinen Bewertung gesamter Hochschulen nach dem Schulnotensystem. Hier schneidet die kleine, aber feine Montanuniversität Leoben mit Abstand am besten ab: 60 Prozent der Personalchefs geben ihr ein glattes "Sehr gut“. Den zweiten Rang in dieser Image-Wertung der Hochschulen belegt mit der TU Graz eine weitere Ausbildungsstätte für Techniker, gefolgt von WU Wien, Uni Innsbruck und TU Wien. Mit dem MCI Management Center Innsbruck, den FH Oberösterreich, FH Wiener Neustadt und FH Kufstein erreichen aber auch eine Reihe von Fachhochschulen Top-Platzierungen und dringen in die Phalanx der klassischen Universitäten ein.

Mehr Kohle mit Technik

Wie gut die Einschätzung von Hochschulen und Studien durch die Personalchefs als Indikator für die Chancen der Absolventen beim Jobeinstieg taugt, beweisen die Ergebnisse einer Studie des Forums Personal im Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrum (ÖPWZ): Universitätsabgänger der von den Personalchefs so hoch eingeschätzten technischen Studienrichtungen lukrieren demnach zu Beginn ihrer Karriere deutlich höhere Einstiegsgehälter als andere akademische Berufsanfänger. Absolventen der TUs Graz und Wien sowie der Montanuni konnten demnach 2011 mit einem Startgehalt von 2.710 Euro pro Monat rechnen und hängen damit etwa auch Wirtschaftsabsolventen (2.530 Euro) deutlich ab.

Gehaltsvorteil Studium

Eine noch aktuellere Erhebung, die heuer im Frühjahr Einstiegsgehälter von Hochschulabgängern auf breiter Front mit jenen von Absolventen höherer Schulen verglich, widerlegt im Übrigen die Aussage von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der gemeint hatte, ein Studium sei gar nicht für alle so erstrebenswert.

Zumindest in finanzieller Hinsicht irrt hier der Altphilologe. Laut Gehaltshandbuch des Beratungsunternehmen C2X gibt es sowohl mit Master-Abschluss (Uni: 2.840 Euro; FH: 2.600 Euro) als auch für Bachelors (Uni: 2.620 Euro; FH: 2.410 Euro) im Schnitt um fast 1.000 Euro pro Monat höhere Einstiegsgagen als für AHS- (1.560 Euro) und HAK-Absolventen (1.680 Euro). Selbst die von der Wirtschaft heiß begehrten HTL-Abgänger kommen bei ihrem Berufsstart mit 1.940 Euro nicht an das Gehaltsniveau der Jungakademiker heran.

Anforderungen beim Jobeinstieg

Freilich muss man einen der gut bezahlten Akademikerjobs auch erst einmal ergattern. Einen fixen Job finden Hochschulabgänger laut einer Studie des Zentrums für Hochschulforschung in Kassel hierzulande im Schnitt innerhalb eines halben Jahres. "Generation Praktikum“ und "Prekarisierung“ scheinen in diesem Lichte eher auf Medien- und Kreativbranchen beschränkte Phänomene zu sein und nicht etwa allgemeine Rahmenbedingungen für den Jobeinstieg von Jungakademikern.

Fragt man die Personalchefs nach den Anforderungen, die sie an Absolventen bei der Jobbewerbung stellen, steht Eigeninitiative klar an erster Stelle: Für 83 Prozent der Personalisten ist absolut unerlässlich, dass Kandidaten diese Eigenschaft bei ihrer Bewerbung überzeugend vermitteln. Ein gutes Argument dafür ist, schon neben dem Studium erste Arbeitserfahrung zu sammeln. Das betrachten 41 Prozent der befragten Personalexperten als unerlässlich, weitere 46 Prozent als wichtig. Besonders vorteilhaft ist dabei natürlich, wenn diese Joberfahrung - zumindest in Form von Praktika - bereits in der Branche des künftigen Arbeitgebers erworben wurde. Darauf achten immerhin mehr als zwei Drittel der Personalchefs.

Noch wichtiger als den Karrierewillen bewerten künftige Arbeitgeber bei Jungakademikern aber eine andere Fertigkeit: ausgeprägtes analytisches Denken. Und das lässt sich ja schon mit der richtigen Studienwahl überzeugend unter Beweis stellen.

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GRAFIK: Prozentsatz der Personalchefs, die Hochschulen mit „Sehr gut“ bewerten

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