Das Ranking der besten Arbeitgeber

Die Pflege ihrer Reputation als Arbeitgeber wird für Unternehmen immer wichtiger. Rankings sollen diese Attraktivität messbar machen. FORMAT zeigt, wer national und international die Nase vorne hat.

Arbeit muss Spaß machen. So ernst wie Google nimmt diese Maxime kein anderes Unternehmen auf der Welt: Mitarbeiter genießen Gratisverpflegung vom Frühstück bis zum Abendessen, ruhige Lounges und Massagesessel zum Rückzug, „Spielplätze“ von der Xbox bis zum Tischfußball, Shuttle- und Wäscheservice auf Firmenkosten sowie – angeblich – gezählte 18 Kaffeesorten zur Auswahl. Wahrscheinlich sind die Beschäftigten des globalen Internetkonzerns tatsächlich die glücklichsten Arbeitnehmer der Welt – falls sie ob der vielfältigen Ablenkungen in ihrer schönen neuen Arbeitswelt tatsächlich noch zum Arbeiten kommen.

Ganz sicher und keinesfalls verwunderlich ist eines: Google ist bei jungen Akademikern der beliebteste Arbeitgeber. Das beweist eine Umfrage des Beratungsunternehmens Universum bei weltweit 160.000 Absolventen wirtschaftlicher und technischer Studienrichtungen: Google führt das Ranking in beiden Kategorien an; bei den Wirtschaftsabsolventen vor den Big Four der Prüfungs- und Beratungsunternehmen, bei den Technikern vor den IT-Größen IBM und Microsoft.

Employer Branding und Arbeitgeber-Rankings

Für Google ist das Top-Image bei genau dieser Zielgruppe äußerst wichtig. Bei der Mitarbeiterauswahl ist das Unternehmen nämlich mehr als wählerisch und nimmt nur die allerbesten jungen Hochschulabgänger, die zudem auch noch besonders hohes Kreativpotenzial bei gleichzeitig hoher Sozialverträglichkeit nachweisen sollten. Solche Ansprüche kann nur stellen, wer genügend Auswahl hat. Dieses Prinzip gilt – in etwas abgeschwächter Form – für jedes Unternehmen mit Fachkräftebedarf. Employer Branding, die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, wird daher zum immer wichtigeren Aspekt der Personalstrategie.

Diesen zunehmenden Bedarf erkennen nicht nur HR- und Personalberater, die Unternehmen diesbezüglich fit zu machen versprechen, sondern auch Organisatoren von genau darauf abgestimmten Wettbewerben, Auszeichnungen und Rankings. Und weil sich diese in viele Sub- und Branchenkategorien untergliedern, können sich so viele Unternehmen wie nie zuvor als „bester Arbeitgeber“ präsentieren.

FORMAT zeigt die Gesamtergebnisse der beiden wichtigsten heimischen Arbeitgeber-Wettbewerbe im Überblick. Der heimische Ableger der internationalen Organisation „Great Place to Work“ zeichnete heuer zum zweiten Mal in Folge Microsoft als besten Arbeitgeber aus. Neben zahlreichen Initiativen für Familienfreundlichkeit führt Geschäftsführer Georg Obermeier dafür auch das neu eröffnete Office ins Treffen, an dessen Gestaltung die Mitarbeiter maßgeblich mitgewirkt und das sie an ihre Kultur und Arbeitsweise angepasst hätten. Der Vorarlberger Elektronikspezialist Omicron sowie Management- und IT-Berater Accenture ergänzen das Podium.

Bei der Verleihung des goldenen „Career’s Best Recruiter“ ging hingegen die Bawag P.S.K. als stärkste Arbeitgebermarke des Landes hervor. Ausdrücklich gewürdigt wird in der von der Agentur GPK organisierten und von den Uni-Professoren Armin Trost, Hochschule Furtwangen, und Wolfgang Elsik, Institut für Personalmanagement an der WU Wien, wissenschaftlich begleiteten Studie die umfassende Employer-Branding-Strategie der Bank. Personalchef Gerhard Müller: „Der Award ist für uns ein starkes Argument, um die jungen Talente für das Unternehmen zu gewinnen.“ Mit der Erste Bank und der Allianz Elementar auf den Plätzen wird das Spitzenfeld in dieser Wertung klar von den Finanzdienstleistern dominiert.

Bewertung durch Mitarbeiter

Im Gegensatz zu auf Expertenbewertungen fußenden Rankings fließen in die vom Job-Bewertungsportal kununu.at veröffentlichte Auswertung der besten Arbeitgeber ausschließlich die Beurteilungen durch die Mitarbeiter ein. Dort wird die Top-Liste von ePunkt Internet Recruiting angeführt, einem Unternehmen, das die Anwerbung von IT-Fachkräften betreibt – und dieses Geschäft auch aus Sicht der eigenen Belegschaft offenbar bestens beherrscht.

Man könnte zum Schluss kommen, dass es mittlerweile eine unübersichtliche Vielzahl an besten Arbeitgebern gibt. Great Place to Work hat kürzlich allein deren 29 ausgezeichnet. Doch das schadet ja nicht: je mehr beste Arbeitgeber, desto größer die Auswahl für gute Mitarbeiter.

RANKING: Die besten heimischen Arbeitgeber

RANKING: Die global attraktivsten Arbeitgeber

– Michael Schmid

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