Kostenfalle Urlaubshandy – Wie Sie im Ausland günstiger telefonieren

Kostenfalle Urlaubshandy – Wie Sie im Ausland günstiger telefonieren

Ferienzeit ist Roaming-Zeit. Zwar sinken mit 1. Juli die Handytarife im EU-Raum. Mit Datenroaming und mit Gesprächen außerhalb der Union kann man sich in der heißen Jahreszeit weiter leicht verkühlen.

Michael Szabo, Bankangestellter aus Wien, ist gerade zurück aus dem Urlaub in Kroatien. Dass die Hotelrechnung recht hoch ausfallen würde, wusste er. Auch Zusatzkosten für den Platz am Strand hatte er schon vorher ins Urlaubsbudget einkalkuliert. Doch einen Kostenfaktor hat er unterschätzt: Handy & Co. Szabo: "Meine Frau schaute ab und zu auf dem Tablet nach Neuigkeiten im Internet, unsere zwei Buben waren via SMS und MMS regelmäßig in Kontakt mit Freunden in Wien. Wir haben auch Fotos und Videos per Handy zu den Großeltern geschickt, und ich habe einige Male beruflich länger telefonieren müssen.“ Die Kosten für zehn Tage Aufenthalt: 180 Euro.

Gespräche via Handy im Ausland sind empfindlich teuer. Immerhin müssen die Mobilfunkunternehmen mit 1. Juli ihre EU-Roaminggebühren erneut senken, und zwar auf 0,348 Euro für aktive und 0,096 Euro für passive Gespräche. Außerhalb der Europäischen Union werden aber weiterhin ungebührliche Gebühren eingehoben. So kostet mit A1 eine Minute aus Brasilien 4,4 Euro (siehe Tabelle ). Mit der verstärkten Durchdringung von Smartphones und Tablets steigt auch der Bedarf an höheren Datenmengen. Und jedes Megabyte, auf dem man im Urlaub surft, bringt den Handy-Taxameter zum Glühen.

Das bestätigt eine Studie der Arbeiterkammer. Sie hat herausgefunden, dass Datenroaming mit 200 Megabyte etwa in Kroatien oder der Türkei bis zu 4.160 Euro kosten kann. FORMAT zeigt die ab 1. Juli gültigen Roaminggebühren in den beliebtesten Urlaubsdestinationen der Österreicher, was das Verschicken eines Fotos oder der Download eines Musikfiles an Datenmenge verschluckt und wie man sich ganz generell vor der Kostenfalle Urlaubshandy schützen kann.

Roamingpakete im Urlaubsgepäck

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, müsste sein Handy im Urlaub prinzipiell schon in Österreich ausschalten. Wer es fallweise aktiviert, sollte beachten, die Mailbox zu deaktivieren. Eine weitere Möglichkeit ist, jeden Anruf automatisch an die Sprachbox umzuleiten. Wer das nicht macht, nur den Anruf nicht abhebt und damit die Mailbox in Gang setzt, zahlt sogar doppelt!

Doch kaum jemand möchte im Urlaubsdomizil auf die Vorzüge der modernen Kommunikation verzichten. Und nicht überall gelten Angebote wie bei "3“, wo man im eigenen Netz weltweit zu den gleichen Bedingungen wie zuhause telefonieren und SMS verschicken kann (zum Beispiel in England, Italien und Schweden). Für alle anderen sind die von den Telekomfirmen geschnürten Pakete eine Hilfe im Tarifdschungel. Die Auswahl der Datenpakete reicht von 20 bis 600 MB pro Monat. So kostet etwa bei A1 das "Grenzenlos“-Paket mit 600 MB 49,90 Euro im Monat. Der Branchenprimus bietet - anders als 2011 - keine Tages- oder Wochenkarten an. Diese findet man aber zum Beispiel bei T-Mobile: So kostet dort der "Travel & Surf Small“-Pass mit einer verbrauchbaren Datenmenge von 3 MB innert 24 Stunden nur 2 Euro. Eine Woche unlimitiertes Surfen kostet bei T-Mobile 20 Euro (via Smartphone) oder 40 Euro (Notebook). T-Mobile-Chef Robert Chvátal: "Mit Daten- und Gesprächspaketen braucht man keine Angst mehr vor überhöhten Rechnungen haben.“

Ausweg Wertkarte

Wem die Roamingpakete zu klein sind oder wer schlicht darauf vergessen hat, sich vor Abfahrt in den Süden eines zu besorgen, der sollte sich im Ausland um eine Wertkarte kümmern. Vor allem in entlegenen Gegenden empfiehlt sich der Kauf solch einer Karte vor Ort; weniger empfehlenswert sind Roamingkarten, die man hier erhält und die dann für mehrere Länder gelten. Für eine Wertkarte benötigt man allerdings ein freigeschaltetes Handy (nicht auf einen Anbieter beschränkt). Idealerweise nimmt man dazu ein älteres Handy, das man in Österreich für rund 20 Euro in jedem Handyshop freischalten lassen kann. Dies ist vor allem all jenen zu raten, die bei ihrem Anbieter überhaupt kein Roaming vorfinden, dies gilt etwa für YESSS-Kunden.

30/1, 60/60 und 1/1

Vor Urlaubsantritt sollte auch die sogenannte Taktung der Gespräche geprüft werden. So ist etwa der Tarif 1/1 der fairste, weil genau das abgerechnet wird, was vertelefoniert wird. Bei 30/1 wird bei jedem Gespräch eine halbe Minute verrechnet, auch wenn das Gespräch kürzer dauert. Erst nach den 30 Sekunden wird eins zu eins verrechnet. Und 60/60 bedeutet, dass man jede angebrochene Minute bezahlt: Wer 47 Sekunden telefoniert, zahlt eine Minute. Wer 61 Sekunden telefoniert, zahlt zwei Minuten.

Selbst wenn die Tarife im Laufe der Jahre deutlich nach unten gegangen sind, gilt es beim Roaming besonders aufzupassen. Wer etwa keine Warn-SMS bekommen hat - innerhalb, aber nicht (!) außerhalb der EU verpflichtend -, kann mit Erfolg gegen überhöhte Rechnungen klagen. Und manch hohe Gebühr fällt von ganz allein weg. Wie etwa in Kroatien. Das Badeparadies der Österreicher tritt mit 1. Juli 2013 der EU bei. Dann gelten auch dort die EU-Roaminggebühren. Das kommt nicht nur Familienvater Michael Szabo zugute. Es kürzt aber auch die fetten Gewinne der Mobilfunker. Allein A1 könnte etwa 8,5 Millionen Euro pro Jahr durch das an die EU angepasste Roaming verlieren.

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