Orden für alle – außer Strache

Heinz-Christian Strache ist kein Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit Stern. Nach seinem Juden-Sager am Korporiertenball hatte ihm Bundespräsident Heinz Fischer den Orden ja verweigert. Nun ergab ausgerechnet eine Anfrage der FPÖ, dass die Republik ansonsten mit der Ordensvergabe sehr freizügig umgeht.

FP-Nationalratspräsident Martin Graf hatte von Bundeskanzler Werner Faymann wissen wollen, welchen in- und ausländischen Persönlichkeiten Orden verliehen worden waren – und zwar seit Gründung der Zweiten Republik. Exakt 2.038 (!) Seiten umfasst das Antwortschreiben des Bundeskanzleramtes. Die Liste beginnt mit dem Jahr 1954. Allein die grobe Schätzung ergibt eine Gesamtzahl von mindestens 40.000 Verleihungen.

Wie inflationär die Republik auf Orden als Auszeichnung zurückgreift, zeigt das noch junge heurige Jahr. 2012 wurden bereits 198 Ehrenzeichen vergeben, darunter 23 an ausländische Staatsbürger. Unter den Ausgezeichneten finden sich Künstler wie Barbara Frischmuth (Autorin) und Christian Mikunda (Dramaturg), Politiker wie Fritz Grillitsch und Dorothea Schittenhelm (beide VP-Abgeordnete). FP-Chef Strache wird die umfangreiche Auflistung wahrscheinlich nicht freuen. Denn aberkannt wurde bislang keine einzige der mehr als 40.000 Auszeichnungen im Namen der Republik.

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