Warren Buffet und die Eine-Million-Dollar-Wette

Das “Orakel von Omaha” ist bereits vor mehreren Jahren eine Wette über eine Million Dollar eingegangen. Warren Buffett will beweisen, dass Fonds, die für ihre Kunden in Hedgefonds investieren, über einen Zeitraum von zehn Jahren den US-Aktienmarkt nicht schlagen können. Und bislang sieht es so aus, als ob der 81-jährige Milliardär gewinnen wird.

Die Wette begann am 1. Jänner 2008. Buffett-Gegenspieler ist der von Ted Seides und Jeffrey Tarrant gegründete Dach- Hedgefonds Protégé Partners, mit Sitz in New York. Protégé hat einen Index aus fünf Fonds gebaut, die in Hedgefonds investieren. Er konkurriert gegen einen Investmentfonds von Vanguard, der den Standard & Poor’s 500 Index abbildet. Wenn die Wette am 31. Dezember 2017 endet, erhält der Gewinner für eine wohltätige Einrichtung seiner Wahl eine Million Dollar.

Der kostengünstige Admiral Indexfonds von Vanguard brachte, einschließlich reinvestierter Dividenden, seit Beginn der Wette bis zum 29. Februar 2,2 Prozent ein. Die Aktienkurse erholten sich im Verlauf von einem Tief im März 2009. Der Dach-Hedgefonds hat dagegen 4,5 Prozent verloren. Zugrunde liegen dabei für die ersten drei Jahre der Index von Protégé sowie danach der Dow Jones Credit Suisse Hedge Fund Index, der die nicht identifizierten Fonds, unter Berücksichtigung von Extra- Gebühren, in etwa abbildet.

Hohe Gebühren bei Dach-Hedgefonds

“Dach-Hedgefonds haben sich schlechter entwickelt, weil die Gebühren hoch sind und weil die Manager eine nur mittelmäßige Auswahl getroffen haben”, sagt Brad Alford, Chef von Alpha Capital Management LLC in Atlanta. Er hat im Jänner 2011 einen Dachfonds gestartet, der in Investmentfonds investiert und die Entwicklung von Hedgefonds erreichen will, allerdings zu niedrigeren Gebühren. Zudem bietet er Investoren die Möglichkeit, ihr Geld täglich abzuziehen.

Weder Buffett noch Scott Tagliarino, ein Sprecher von Protégé, wollten einen Kommentar zum Verlauf der Wette abgeben.

Den Dach-Hedgefonds sind in den letzten fünf Jahren die Anleger davongelaufen. Einige der größten US-Pensionsfonds für den öffentlichen Dienst sind dazu übergegangen, direkt in Hedgefonds zu investieren, um Gebühren zu sparen und die Erträge zu erhöhen. Nach Daten von Hedge Fund Research ist das Anlagevolumen der Dach-Hedgefonds bis Ende 2011 um rund ein Fünftel auf 630 Mrd. Dollar zurückgefallen. Der Höhepunkt wurde 2007 mit 780 Mrd. Dollar erreicht.

Buffett argumentiert - ebenso wie die großen Pensionsfonds, das Dach-Hedgefonds zu teuer sind. Das geht aus einer Erklärung auf der Internetseite longbets.org hervor. Dahinter steht die gemeinnützige Stiftung “Long Now Foundation”, die sich für “langfristiges Denken” einsetzt. Zusätzlich zu der für Hedgefonds üblichen Verwaltungsgebühr in Höhe von zwei Prozent des Anlagevolumens und einer Performance-Gebühr von 20 Prozent auf Gewinne, erheben Dach-Hedgefonds weitere Gebühren. Dazu zählen 1,25 Prozent auf das Vermögen und 7,5 Prozent auf Gewinne, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Protégé erklärte zu seiner Position in der Wette, dass Hedgefonds den S&P 500 Index schlagen können, und zwar auch nach Gebühren, weil sie sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse von Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen setzen dürfen. Zudem seien erfahrene Investoren wie die Dachfondsmanager “in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen” und Erträge zu erzielen, mit denen die Extrakosten leicht wettgemacht werden können.

Die Erträge des Index von Protégé von 2008 bis Ende 2010 entsprechen denen des Dow Jones Credit Suisse Hedge Fund Index, wenn die zusätzlichen Kosten der Dach-Hedgefonds eingerechnet werden. Dieser Index sank 2011 um 2,5 Prozent und stieg in den ersten beiden Monaten 2012 um vier Prozent.

Buffett führt

Im ersten Jahr der Wette hatte Protégé die Nase vorn. Der Dach-Hedgefondsindex verlor 2008 24 Prozent und der Indexfonds von Vanguard rutschte 37 Prozent ab. In den folgenden Jahren konnte Buffett den Abstand verkürzen. Der S&P stieg 2009 um 27 Prozent, während die Hedgefonds 16 Prozent gewannen. Das berichtete das Magazin “Fortune”. 2010 legte der Indexfonds 15 Prozent zu, während die Hedgefonds ein Plus von 8,5 Prozent verzeichneten. Ende 2011 lagen Buffett und Protégé Kopf an Kopf im Rennen. Der Vanguard-Indexfonds stieg um 2,1 Prozent, während die Protégé-Hedgefonds geschätzt 3,75 Prozent verloren. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres dann übernahm Buffett die Führung, mit einem Plus von neun Prozent bei den Aktien. Die Hedgefonds legten um weniger als die Hälfte zu.

Der 81-jährigeWarren Buffett, Chairman der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, hatte 2008 gegenüber der Fortune- Redakteurin Carol Loomis seine Chancen, die Wette zu gewinnen, auf 60 Prozent beziffert. Ursprünglich strebte Buffett eine Wette gegen einen Hedgefonds an, der von einem Manager geführt wird. Hätte er einen solchen Wettgegner gefunden, würde Buffett jedoch rund sechs Prozent hinterherhinken, gemessen am Dow Jones Credit Suisse Index.

Und hätte Buffett mit den Erträgen seiner eigenen Gesellschaft gegen die Hedgefonds gewettet, läge er noch weiter zurück. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway ist seit Ende 2007 um rund 17 Prozent abgebröckelt.

Bloomberg/hahn

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