Warnsignal: Apple-Kursziele schießen in lichte Höhen

Der jährliche Nettogewinn des weltgrößten Konzerns gemessen am Marktwert stieg zwischen September 2007 und September 2011 um das Siebenfache, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Der Aktienkurs kletterte im gleichen Zeitraum um 148 Prozent.

Die Aktie von Apple ist nach Auffassung von Henderson Global Investors “extrem unterbewertet” und könnte bis auf 1.200 Dollar klettern. Auch Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray, ist optimistisch für den Hersteller der iPhones und iPads. Er gilt als einer der besten Apple-Experten und sieht den Aktienkurs bis 2014 auf 1.000 Dollar steigen.

“Apple wird billiger, nachdem der Gewinn rascher steigt als der Aktienkurs”, sagt Stuart O’Gorman, Leiter Technologie- Analyse bei Henderson in London. “Unser Kursziel für Apple ist 1.200 Dollar.” Er nannte jedoch keinen Zeitrahmen, wann dieses erreicht werden solle.

Die Bewertungen für Apple seien nicht gerechtfertigt im Vergleich zu anderen internationalen Marken wie Nike, erklärt O’Gorman. Apple wird zum 13,6fachen des geschätzten Gewinns bewertet, Nike, der weltgrößte Hersteller von Sportartikeln, kommt auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 20,2. “Ist Nike eine bessere Marke als Apple? Ist Nike ein besserer Konzern als Apple?” fragt der Analyst.

Kurshype lässt nach

Allerdings sind die Titel in den letzten Tagen unter Abgabedruck geraten. Die Aktie habe in diesem Jahr eine kräftige Aufwärtsbewegung erlebt, erinnert Munster. Seit Jahresbeginn hat der Aktienkurs von Apple mehr als 45 Prozent zugelegt. Mit rund 548 Mrd. US-Dollar ist Apple inzwischen das mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt.

Seit fast einem Jahrzehnt rät der 40-jährige Analyst den Anlegern fast durchgehend, mehr Geld auf das Unternehmen zu setzen. Und er lag damit richtig. Als er die Aktie im Juni 2004 erstmals empfahl, kostete sie gerade einmal 16,25 Dollar. Am 10. April dieses Jahres notierte der Titel bereits bei 628 Dollar.

Jetzt legt Munster die Latte noch einmal höher. Seiner Meinung nach wird die Aktie bis 2014 auf 1000 Dollar steigen. Damit würde Apple zum ersten US-Konzern überhaupt werden, dessen Marktwert die Schwelle von 1 Bill. Dollar durchbricht. Die chinesische PetroChina Co. hatte die Marke zumindest für einen Tag im November 2007 durchbrochen.

Er begründet seine Entscheidung mit der Produktpalette des Unternehmens. Zudem geht er davon aus, dass Investoren Gelder aus anderen Technologie-Aktien abziehen und diese in den iPad- Hersteller reinvestieren.

“Investoren, besonders die großen institutionellen, werden feststellen, dass Apple zunehmend die Richtung repräsentiert, in die sich Technologie wohl bewegen wird”, sagt Munster in einem Gespräch mit Bloomberg News.

Der Stern von Munster unter den Analysten war zuletzt mit der Rally von Apple gestiegen. Laut der Datenbank LexisNexis wurde er allein seit Beginn dieses Jahres rund 230 Mal zitiert, also etwa zwei Mal pro Tag. Das eigene Profil zu schärfen ist für Munster allerdings mehr als nur PR in eigener Sache. Die Bekanntheit helfe ihm, Hinweise auf neue Produkte oder Entwicklungen einzusammeln. Im Februar 2009 war Munster einer der ersten Analysten, die die Einführung eines Apple-TVs prognostizierten.

TV im Fokus

“Jemand aus dem Umfeld von Apple sagte, man müsse mehr am Fernsehen arbeiten, und damit wurde der Stein dann ins Rollen gebracht”, sagt Munster. “Man startet mit diesen Krümeln, die dann zu einem Schotterweg werden und sich schließlich in eine gepflasterte Straße verwandeln.” Derzeit erwartet der Markt, dass das Produkt iTV bis zum nächsten Jahr vorgestellt wird.

Munster selbst ist Single. Er lebt in einer Wohnung in Minneapolis, die mit Apple-Spielzeug gefüllt ist. Seine Apple- Faszination habe begonnen, als er Ende 2001 zu Weihnachten den Original-iPod bekam. Damals brauche man noch einen Mac-Computer, um den iPod mit Musik zu bespielen. Weil Muster keinen hatte, besorgte er sich die Erlaubnis von seinem Arbeitgeber, in der Nacht die Macs in der Grafik-Abteilung zu nutzen - um die Musik seiner CDs auf den iPod zu übertragen.

Bei Apple habe er “etwas anderes gesehen als einfach nur einen PC-Hersteller”, sagt Munster. “Ich wusste einfach, dass hier die besten Voraussetzungen für einen großartigen Hersteller von Unterhaltungselektronik vorlagen.” Als er schließlich selbst einen Mac kaufte, ging bei ihm “ein Licht an”. Er erkannte, dass der iPod den Verkauf von anderen Apple-Produkten antreiben dürfte. Munster ging in Sportstudios, und befragte Leute auf Laufbändern. Er flog nach New York, um im Bahnhof Grand Central nach Passanten mit weißen iPod-Kopfhörern im Ohr Ausschau zu halten.

“Ich sprach damals einfach alle Leute an”, erinnert sich Munster. Manchmal wurde er aus Einkaufszentren herausgeworfen, weil er angeblich die Leute belästigte. Dennoch: diese Arbeit an der Basis öffnete ihm die Augen für Verkaufsargumente, die sich ansonsten schwer quantifizieren lassen - etwa die Ergonomie von Produkten oder die Benutzerfreundlichkeit.

Eine Frage bleibt: Hat Munster die nötige Distanz, um sich negativ zur Apple-Aktie zu äußern - sollte eines Tages die Zeit dafür gekommen sein. “Die Leute sagen, wir werden immer positiv bei Apple sein. Das stimmt aber nicht. Wir wollen einfach richtig liegen”, sagt Munster. “Das Richtige in den vergangenen acht Jahren war es, positiv zu sein. Sollte sich das ändern, dann will ich der erste sein, der das erkennt.”

Bloomberg

Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Anleihen

Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Schaden aus Schuldenschnitt ist noch nicht genau bezifferbar, wird aber nicht zwangsläufig in voller Höhe das Budget belasten.

Kommunalkredit

 

Für KA Finanz-Verlust wurde vorgesorgt