Wall Street: Keiner verdient so viel wie Jamie Dimon

Damit verdiente Dimon das 67fache des Durchschnitts seiner Investmentbanker und Händler. Auf dieser Basis war er auch der Spitzenverdiener in der Branche und einer der wenigen Bankenchefs, bei dem das Salär nicht gekürzt wurde.

Bei Morgan Stanley erhielt CEO James Gorman 10,5 Mill. Dollar. Das sind 25 Prozent weniger als 2010 und das 40fache des Konzerndurchschnitts von 264.996 Dollar.

Zum bescheidenen Vergleich: Erste Group-Chef Andreas Treichl cashte im Vorjahr knapp 2,2 Millionen Euro ab ( Hier geht's zum Österreich-Ranking ).

Die Vergütung der Top-Manager im Bankensektor ist gegenüber den Spitzenwerten vor der Finanzkrise gesunken. Die Quote ist bei den meisten Gesellschaften auf eine Spanne von 18-zu-1 bis 50-zu-1 gefallen, von zuvor über 100-zu-1 in den Jahren 2006 und 2007. Allerdings hat sich die Bezahlung im Vergleich zu 2008 erholt, als für die meisten Chefs wegen Verlusten und staatlichen Rettungsaktionen keine Boni gezahlt wurden.

Die Quoten werden sich wegen der niedrigeren Gewinne im nächsten Jahrzehnt wohl nicht wieder diesem Niveau annähern, erwartet Alan Johnson, Präsident beim Vergütungsberater Johnson Associates. “Das 30- bis 50fache ist für die Branche wohl unhaltbar niedrig, aber es ist wohl im Einklang mit dem schrecklichen Jahr 2011”, erläutert Johnson. “Wenn es dort bleibt, ist das wohl ein wirklich schlechtes Zeichen. Es bedeutet, dass es den Banken immer noch nicht sehr gut geht.”

Ackermann hebt 6,3 Millionen ab

In Europa verdiente Josef Ackermann, der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank AG, 6,3 Mill. Euro, was dem 48fachen der durchschnittlichen Vergütungskosten entspricht. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Quote bei 51 und 2007 noch bei 83. Brady Dougan, der Chef der Credit Suisse, erhielt 2011 eine Vergütung von 5,82 Mill. Schweizer Franken (4,84 Mill. Euro) oder das 18fache des Durchschnittssalärs im Investmentbankenbereich des Finanzinstituts. 2010 belief sich der Betrag auf das 33fache.

Barclays und UBS bekamen 2011 neue Konzernchefs und die Banken zahlten ihnen mehr als ihren Vorgängern. Zwar wurde bei der britischen Bank die Vergütung von Bob Diamond um fast ein Drittel auf 6,3 Mill. Pfund (7,64 Mill. Euro) gesenkt, lag aber über der Entlohnung seines Vorgängers John Varley. Damit belief sich die Quote auf das 31fache des Durchschnittseinkommens bei Barclays Capital, nach dem 17fachen 2010.

Sergio Ermotti wurde zum CEO der Schweizer UBS berufen, nachdem Oswald Gruebel wegen eines Handelsskandals zurücktrat. Seine Vergütung lag bei 6,35 Mill. Euro, dem 19fachen des Durchschnitts für seine Investmentbanker, nach dem 8fachem im Vorjahr. Die Vergütungszahlen für die CEOs umfassen die Beträge, die sie für ihre Leistung in dem Jahr erhielten und keine Zahlungen aus in früheren Jahren zugeteilten Aktien oder Optionen.

Die Diskrepanz zwischen Spitzen-Managern und durchschnittlichen Bankern gerät zunehmend ins Visier von Politik und Aufsichtsbehörden - auch Occupy Wall Street protestiert gegen die ungleiche Einkommensverteilung.

Die US-Börsenaufsicht SEC arbeitet an einer Vorschrift, die börsennotierte Gesellschaften zwingen würde, das Verhältnis der CEO-Vergütung zum Durchschnittsgehalt zu veröffentlichen. Damit reagiert sie auf die Bedenken über steigende Vorstandsgehälter und Einkommensungleichheiten.

Lloyd Blankfein, der Chef von Goldman Sachs Group, hatte 2007 einen Rekord bei der Vergütung unter Wall-Street- Häusern aufgestellt. 2011 trug er 12 Mill. Dollar nach Hause, 35 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und das 33fache des Durchschnittsalärs von 367.057 Dollar für alle Mitarbeiter bei der Bank. 2010 lagen die Werte bei 43 und 2007 bei 104.

“Wenn ein Unternehmen oder eine Branche sich nicht gut entwickelt, wird die Vergütung der Unternehmensleitung am meisten leiden”, erläutert Frank Glassner von der auf Entlohnung spezialisierten Personalagentur Compensation Partners LLC.

Der rückläufige Vergütungstrend galt jedoch nicht für Dimon. Sein Salär für 2011 entsprach dem Vorjahreswert und lag 50 Prozent über dem Wert anderer CEOs von weltweiten Investmentbanken. Er hat mitgeholfen, JPMorgan ohne einen Quartalsverlust durch die Finanzkrise zu bringen, während die Bank im Jahr 2008 Bear Stearns Cos. und Washington Mutual übernahm. Die Bank hat sich seitdem zum größten Kreditinstitut in den USA, gemessen an der Bilanzsumme, und zum führenden Haus für Investmentbanking und Handelserlöse entwickelt. “JPMorgan hat sich besser geschlagen als die Konkurrenz, was sich auch in der Chefvergütung widerspiegelt”, erklärte Glassner. “Ich glaube nicht, dass es einen JPMorgan-Aktionär geben wird, der sich über die Vergütung von Jamie Dimon beschweren wird.”

Executive Excess bringt Transparenz

Insgesamt belief sich die CEO-Vergütung in den USA auf das 325fache des Durchschnitts für die Arbeitnehmer, geht aus der jährlichen Umfrage “Executive Excess” hervor, die vom Institute for Policy Studies, einem Forschungsinstitut in Washington mit kritischer Einstellung zu hohen Chefgehältern, herausgegeben wird. Die Vergütung für Banken-CEOs werfe “Fragen der Fairness” auf, die über die Verhältnismäßigkeit innerhalb des eigenen Konzerns hinausgehen”, erläuterte Sarah Anderson, eine der Autorinnen der Studie. “Sie gehörten zu den Verursachern des Crash, der viele Leute in Finanznöte brachte und jetzt machen sie wieder Boden gut”, sagt Anderson.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2010, die eine ähnliche Methode wie in dem SEC-Entwurf verwendet und von Culpepper and Associates durchgeführt wurde, kam auf eine Quote von etwa 92-zu-1 für Unternehmen mit Erlösen von mehr als 2,5 Mrd.

Bloomberg/hahn

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