"Spekulieren war nie meine Sache"

Der scheidende Raiffeisen-Boss Christian Konrad sieht die Aufteilung seiner Machtfülle auf zwei Personen nicht als Ergebnis von sektorinternen Diskussionen. Sein Nachfolger als Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Erwin Hameseder, sei im Österreichischen Raiffeisenverband "noch nicht so verankert", begründete er die Personalentscheidung in der Ö1-Sendung "Im Journal zu Gast". Er sei mit der Übergabe und der Trennung der Funktionen "absolut zufrieden".

Der erste Teil der Hofübergabe im Raiffeisen-Reich wurde gestern, Freitag, abgeschlossen. Konrad hatte bei der Generalversammlung seinen Job als Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien an Erwin Hameseder übergeben. Per 1. Juli soll dann RZB-Chef Walter Rothensteiner die Agenden als Generalanwalt des Raiffeisenverbandes übernehmen.

Größte Beteiligungs-Holding

Mit ihren 740 Unternehmensbeteiligungen ist die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien die größte private Beteiligungsgesellschaft Österreichs und damit ein mächtiger Wirtschaftsfaktor. In der Holding sind milliardenschwere Beteiligungen wie die Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien, der Baukonzern Strabag, die Nahrungsmittelkonzerne Agrana, Leipnik und NÖM sowie Medien (u.a. "Kurier") gebündelt.

"Ich bin Obmann in Niederösterreich gewesen und nach vier Jahren Obmannschaft bin ich dann im Raiffeisenverband auch zum Generalanwalt vorgeschlagen worden", erinnert sich Konrad. Hameseder komme erst jetzt in die Gremien des Raiffeisenverbandes. "Dort ist er noch nicht so verankert, wie ich das nach vier Jahren war. Jetzt schauen wir mal, wie das weitergeht."

Ob der ehemalige Vizekanzler Josef Pröll und derzeitige Chef des Raiffeisen-Mühlenriesen Leipnik Lundenburger (LLI) jemals Raiffeisen-Generalanwalt werden könnte, ließ Konrad offen. "Spekulieren war nie meine Sache." Er werde Pröll nicht sagen, "was er im Leben nicht mehr werden kann. Das wäre ein völliger Unsinn."

Der scheidende Raiffeisen-Generalanwalt sieht sich selbst nicht als eine der mächtigsten Personen Österreichs: "Ich glaube, dass ist ein Ergebnis der Medien." Er habe im nationalen und vor allem internationalen Bereich gelernt "auf Punkt und Beistrich nachvollziehbar zu sein" und daraus entstehe Macht. Dass ihm viele Menschen zuhören und manche dass tun was er wolle, sei "eine Frage der Autorität".

Künftig will sich Konrad weiter um seine Funktionen in der Landwirtschaft und in den Medien kümmern. Es gebe auch einige Pläne mit Raiffeisen. "Lassen Sie sich überraschen."

APA

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