Österreichisches BIP wächst stärker

Österreichisches BIP wächst stärker

Aussichten für österreichische Wirtschaft haben sich laut OeNB-Chef Ewald Nowotny gebessert.

Die Nationalbank (OeNB) hat am Freitag wie erwartet die Wachstumsprognose für die heimische Wirtschaft leicht angehoben. Heuer dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,9 Prozent und 2013 um 1,7 Prozent steigen. Die Aussichten der österreichischen Wirtschaft hätten sich etwas verbessert, die internationalen Risiken seien aber gestiegen, sagte Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny am Freitag bei der Präsentation ihrer halbjährlichen Wachstumsprogose in Wien. Das staatliche Konsolidierungspaket dämpfe das Wachstum aber leicht.

In ihrer letzten Prognose von Dezember hatte die OeNB das Wachstum für 2012 auf 0,7 Prozent geschätzt, für 2013 auf 1,6 Prozent. Wifo und IHS hatten Ende März für heuer 0,4 bzw. 0,8 Prozent reales Wirtschaftswachstum prognostiziert und für 2013 dann 1,4 bzw. 1,7 Prozent. Die nächste Prognose der Institute folgt in drei Wochen.

Chancen und Gefahren

Nowotny sieht ein "heterogenes Bild" bei der Wirtschaftsentwicklung in der EU. Die Wachstumsraten in der Eurozone seien schwach mit erhöhter Unsicherheit und mit negative Risiken behaftet. "Europa ist derzeit die Schwachstelle der Weltwirtschaft", betonte der Notenbank-Gouverneur. Für heuer wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Eurozone von 0,1 Prozent erwartet.

Ein "leichter positiver Impuls" aus Deutschland und Osteuropa sowie eine stabile heimische Nachfrage hätte das prognostizierte österreichische BIP etwas erhöht, erklärte der Leiter der OeNB-Volkswirtschaft, Peter Mooslechner. Er hoffe, dass internationale Impulse und eine stabile Nachfrage Österreich aus "dem niedrigen Wachstum herausführen". Auch das niedrigere Zinsniveau und schwächere Wechselkurse würden das heimische BIP-Wachstum stärken.

Die Nationalbank erwartet einen deutlichen Rückgang der Teuerung aufgrund von sinkenden Rohstoffpreisen: Die Inflationsrate soll heuer 2,4 Prozent - nach 3,6 Prozent im Vorjahr - betragen und dann auf 1,7 Prozent im kommenden Jahr sinken sowie 2014 wieder leicht auf 1,9 Prozent steigen. Die Arbeitslosenrate nach EU-Berechnung in Österreich - 2011 bei 4,2 Prozent - wird heuer und im kommenden Jahr bei 4,3 Prozent gesehen und soll 2014 wieder leicht auf 4,2 Prozent sinken. Trotz eines hohen Beschäftigungswachstums erwarten die Notenbanker nur eine moderate Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden Jahren, aber eine Verdoppelung des Export- und Importwachstums im kommenden Jahr.

Für heuer erwartet die Nationalbank noch einen Anstieg des Budgetdefizits auf 2,8 Prozent des BIP und eine öffentliche Verschuldung von 74,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im kommenden Jahr soll die Verschuldungsquote dann auf 74,5 Prozent und 2013 auf 73,2 Prozent sinken. Noch immer weit entfernt von den Maastricht-Kriterien, die eine Verschuldung von nicht höher als 60 Prozent des BIP vorschreiben. Das Budgetdefizit soll im kommenden Jahr auf 1,6 Prozent und 2014 auf 1,2 Prozent sinken.

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