Mehr Bahnfahrer, mehr Wettbewerb

Mehr Bahnfahrer, mehr Wettbewerb

Bahnfahren war 2011 beliebter: Die Zahl der Reisenden im Personenverkehr lag bei 244 Millionen Fahrgästen, nach 242,1 Millionen im Jahr 2010. Dies geht aus dem Jahresbericht der Schienen-Control hervor.

Der Marktanteil der Privatbahnen stieg von 12,9 auf 13,6 Prozent, wobei sich der Markteintritt der Westbahn im Dezember 2011 noch nicht nennenswert niederschlug. Der Güterverkehr entwickelte sich im Vorjahr relativ stabil. Die Pünktlichkeit erhöhte sich im Personen- und im Güterverkehr.

Markant sei im Personenverkehr der Westbahn-Markteintritt zu Jahresende gewesen. "Der Wettbewerb, der nun im Personenverkehr auf der Westbahnstrecke stattfindet, hat das Angebot für die Fahrgäste erweitert und führt zu einer Qualitätsverbesserung", so Schienen-Control-Geschäftsführerin Maria-Theresia Röhsler heute, Mittwoch, in einer Pressemitteilung.

Im Schienengüterverkehr ging das Aufkommen laut Schienen-Control im Vorjahr leicht auf 118,6 (121,6) Mio. Nettotonnen zurück, der Anteil der privaten stieg leicht von 19,8 auf 20,6 Prozent. Die Verkehrsleistung war mit 22,1 (22,4) Mrd. Nettotonnenkilometern stabil, ebenso der Anteil der Privatbahnen mit 14,6 (14,4) Prozent. Die Zahl der aktiven Marktteilnehmer habe erneut um drei Unternehmen zugenommen.

Verbessert hat sich dem Bericht zufolge die Pünktlichkeit, die im Personenverkehr auf 96,6 Prozent (2010: 94,2 Prozent) stieg. Dabei wurden im Nahverkehr 97 (95,2) Prozent erreicht, im Fernverkehr 87 (75,5) Prozent. 34 Prozent der Verspätungen im Fernverkehr seien durch die Nachbarbahnen verursacht worden. Im Güterverkehr konnte die Pünktlichkeit leicht auf 68,9 (68,3) Prozent erhöht werden. Als pünktlich gewertet werden Personenzüge mit einer Verspätung von maximal fünf Minuten, bei Güterzügen liegt der Schwellenwert bei 15 Minuten.

Im Vorjahr wurden von der Regulierungsbehörde laut heutiger Pressemitteilung 60 Verfahren eingeleitet - aufgrund von Beschwerden sowie durch Erkenntnisse aus der Marktbeobachtung. Behandelt worden seien beispielsweise die geplante Brennersperre, Verschubthemen, die Entschädigungsbedingungen der Personenverkehrsunternehmen und die Zurverfügungstellung von Echtzeitdaten für ein Bahnunternehmen. Bereits im Vorfeld des Starts der Westbahn habe sich die Schienen-Control mit Fragen des diskriminierungsfreien Marktzugangs beschäftigt. "Unter unserer Mitwirkung konnte bei der Trassenvergabe eine Lösung gefunden werden, die für alle Beteiligten tragbar ist", so Röhsler.

Bei der Schlichtungsstelle gingen 2011 wie berichtet 659 Beschwerdefälle ein, um 31,3 Prozent mehr als 2010. Davon konnten 81 Prozent positiv erledigt werden. Die wichtigsten Beschwerdegründe betrafen die Gruppe "Fahrgeldnachforderungen, Inkassogebühren und Fahrpreiserstattungen" mit 37 Prozent. An Strafnachlässen und Entschädigungen erreicht wurden insgesamt rund 27.540 (25.300) Euro.

Der neue Westbahn-Chef Erich Forster erklärte in einem Interview mit der "Presse" (Mittwochausgabe), auf die Frage, welche Strecken man gerne bekommen würde: "Grundsätzlich jede. Aber gewisse Teilstücke auf der Westbahn sind besonders interessant. Etwa regionale Züge zwischen Linz und Salzburg, also jener Strecke, auf der wir schon jetzt fahren, aber gern mehr Stationen bedienen würden."

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