Kärnten: "Der Keller stinkt, die Kartoffeln sind faul"

Kärnten: "Der Keller stinkt, die Kartoffeln sind faul"

Die Turbulenzen in Kärnten nach Auffliegen des Korruptionsskandals rund um das Millionenhonorar für den Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher haben auch bei den Künstlern im Land heftige Diskussionen ausgelöst.

So forderte der Verleger Lojze Wieser in einer Diskussion in der "Kärntner Tageszeitung", das Regierungsgebäude müsse versiegelt werden. Mit am Tisch waren auch der Maler und Musiker Richard Klammer und der Theatermacher Gerhard Lehner, alle forderten sofortige Neuwahlen.

Wenn es um Wirtschaftskriminalität gehe, würden Verdächtige in Untersuchungshaft genommen und die Unterlagen beschlagnahmt, sagte Wieser. "Bei uns können die Politiker in den Regierungsbüros aus und eingehen und können dort ihre Materialien immer weiter verstecken, verschleiern, verheizen oder sonst irgendwas. Die Regierung gehört versiegelt." Wieser verglich dann die Zustände in der Politik mit jenen in einem vernachlässigten Wohnhaus: "Der Keller stinkt, die Kartoffeln sind faul." Jetzt gehöre der Keller ausgeräumt und das Haus danach ausgeräuchert, um einen Neuanfang zu ermöglichen.

Lehner zeigte sich überzeugt, dass man "alles hätte wissen können". Er verwies auf den Industriellen und Kunstsammler Herbert Liaunig, dieser habe schon vor Jahren erklärt, dass es "völlig klar" sei, dass beim Birnbacher-Honorar Parteienfinanzierung im Spiel sein müsse. "Für jeden, der nachdenkt, war von Anbeginn völlig klar, dass das so ist", betonte Lehner. Die "Gefälligkeitsgutachter" würden daher ganz schön ins Schwitzen geraten.

Klammer forderte, es müsse so rasch wie möglich Wahlen geben, das Land sei viel zu schön und habe es nicht verdient, von diesen Politikern regiert zu werden. Dann bekämen die Kunstschaffenden vielleicht wieder einen anderen Stellenwert. Klammer: "Unser Kulturreferent (FPK-Landesrat Harald Dobernig, Anm.) hat ja die Hosen voll vor uns. Der lässt sich von der Einladung zur Nitsch-Ausstellung wieder herunterstreichen, weil das seine Klientel nicht verstehen würde, wenn er da genannt wird."

Neben Neuwahlen forderten Wieser, Klammer und Lehner auch ein "völliges Marketingverbot" für die Politik. Es gehe nur noch darum, sich selbst zu präsentieren, dafür würden Unsummen ausgegeben. Die Qualität der Arbeit müsse Marketing genug sein, das Geld könne man, so ein Vorschlag Klammers, stattdessen für die Unterstützung sozial Bedürftiger ausgeben.

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