Fiskalunion: Österreich würde schwerer tragen als Deutschland

Fiskalunion: Österreich würde schwerer tragen als Deutschland

Berechnung deutscher Privatbank zu den Folgen einer europäischen Fiskalunion zeigt Ungleichgewicht zwischen Groß und Klein.

Deutschland wäre in einer europäischen Fiskalunion laut einem Zeitungsbericht keineswegs der größte Zahler. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) mit Bezug auf Berechnungen der Privatbank M.M. Warburg. Die kleineren Euro-Staaten wie Österreich, Finnland und Belgien müssten demnach weitaus höhere Transfers leisten.

Die Privatbank hat eine Fiskalunion nach dem Vorbild des deutschen Länderfinanzausgleichs simuliert. Nach diesem Modell würden die Steueraufkommen der einzelnen Eurostaaten so lange umverteilt, bis jedem Land die gleiche Summe an Steuermitteln pro Einwohner zur Verfügung steht. Dabei müsste man den Warburg-Berechnungen zufolge innerhalb der Eurozone pro Jahr 430 Mrd. Euro transferieren. Die größten Empfängerländer wären demnach Portugal, Griechenland und Spanien.

Da die deutsche Staatsquote jedoch relativ niedrig ist, sind die Steuereinnahmen in Deutschland laut dem Bericht pro Kopf vergleichsweise gering: "Deutschland wäre in einem solchen System daher nur begrenzt ein Nettozahler", lässt sich Christian Jasperneite, Chef-Investmentstratege bei M.M. Warburg, von der "FTD" zitieren. Demnach flössen lediglich 5,5 Prozent aller Steuereinnahmen Deutschlands in andere Länder des Währungsraums.

"Selbst Frankreich hätte in einer solchen Fiskalunion eine erheblich größere Last als Deutschland zu tragen", so Jasperneite. Dort läge die Last demzufolge bei 18,2 Prozent relativ zum bestehenden Steuereinkommen. Am höchsten wäre sie in Finnland mit 34,3 Prozent.

Wirtschaft

Österreicher sind die Sparmeister Mittel- und Osteuropas

Österreich hat die wenigsten Arbeitslosen in der EU

Wirtschaft

Österreich hat die wenigsten Arbeitslosen in der EU