Arbeitslosigkeit steigt im Juli um 8,7 Prozent

Arbeitslosigkeit steigt im Juli um 8,7 Prozent

Das Beschäftigungswachstum reiche aber nicht aus, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern, räumte der Minister in einer Aussendung ein.

Viele der wichtigsten Handelspartner Österreichs seien nämlich in eine Rezession gestürzt, und auch die Wirtschaftslokomotive Deutschland habe an Zugkraft verloren, sagte Hundstorfer zur Begründung für die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage auch gegenüber dem Vormonat Juni. Österreich sei aber EU-weit das einzige Land mit einer Arbeitslosenquote von unter 5 Prozent.

Positives berichtete Hundstorfer vom Lehrstellenmarkt, der sich weiter gut entwickle. Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag nämlich im Juli mit 7.930 um 124 oder um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, und die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen stieg zugleich um 3,2 Prozent oder 124 auf 3.966 an; damit schrumpfte die Lehrstellen-Lücke um 248 auf 3.964. Alle Jugendlichen, die überlegen, eine Lehrstelle suchen, aber noch keine haben, sollten "am besten noch heute zum AMS gehen und sich beraten und unterstützen lassen", rät Hundstorfer.

Mit rund 41.000 Menschen ist im Juli die Beschäftigung von Älteren (ab 50 Jahren) zwar erneut überdurchschnittlich stark gestiegen - um 5,8 Prozent auf 752.000 -, aber auch die Arbeitslosigkeit fiel in dieser Altersgruppe mit einem Zuwachs von 6.064 oder 13,2 Prozent auf 52.040 überaus stark aus. Damit Österreich die Arbeitsmarktchancen von Älteren und gesundheitlich Eingeschränkten verbessern kann, sollen ja in diesen Bereich bis 2016 zusätzlich 750 Mio. Euro investiert werden, erinnerte das Sozialministerium am Freitag. Zudem sei vorige Woche der Entwurf zu der für diese Gruppe ebenfalls relevanten Invaliditätspensions-Reform in Begutachtung gegangen.

Genau hier hakt Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel ein. Aus seiner Sicht ist durch die aktuelle Reform der Invaliditätspension nämlich zu befürchten, "dass die Situation bei der Altersarbeitslosigkeit noch schwieriger wird und dass mehr gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen umgeschult werden müssen", wie er am Freitag in einer Aussendung warnte.

Männer stärker betroffen

Bei Männern war der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli mit +9,9 Prozent auf 119.421 Personen ein weiteres Mal kräftiger als bei Frauen (+7,3 Prozent auf 108.448). Wesentlich stärker stieg die Arbeitslosigkeit erneut bei Ausländern - um 18,1 Prozent auf 44.907 gegenüber nur 6,6 Prozent Plus bei Österreichern; deshalb wurden hier die Integrationssprachkurse verstärkt, im 1. Halbjahr stieg die Teilnehmerzahl um 24 Prozent auf über 14.000. Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre) legte im Juli lediglich um 6,7 Prozent auf 36.1113 Betroffene zu. Auffallend ist aber, dass all diese Jahres-Veränderungsraten im Juli höher waren als im Juni.

Die überaus starke Zunahme der Arbeitslosigkeit von Behinderten (+18,7 Prozent) liegt laut Sozialministerium vor allem an einer verstärkten Erfassung, wie sie seit Jahresbeginn vom Arbeitsmarktservice (AMS) zur Vervollständigung der Daten v.a. mit Behindertenpass vorangetrieben wird. Nur so könne man die speziell zur Unterstützung Behinderter gedachten 10 Mio. Euro zugreifen.

Um die steigende Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen, würden verstärkt Jobs in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Projekten geschaffen. Insgesamt 20.000 Menschen hätten so im 1. Halbjahr eine Beschäftigung gefunden, ein Plus von 3.000 geförderten Arbeitsplätzen. Im 2. Halbjahr stünden dem AMS für solche Jobs 20 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung, die erst im Juli vom Parlament beschlossen wurden.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft nun alle Branchen und alle Bundesländer, geht aus den neuen Daten hervor. Wie seit vielen Monaten sind Leiharbeits-Beschäftigte besonders stark betroffen, dort legte die Arbeitslosigkeit um 16,8 Prozent zu. In der Industrie wurden um 4,9 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet, am Bau +9,9 Prozent, im Handel +6,7 Prozent, im Tourismus +8,8 Prozent und im Gesundheits- und Sozialwesen um 11,8 Prozent.

Der Rückgang an offenen Stellen um 10,6 Prozent auf 31.965 lässt laut Ministerium eine rasche Trendwende nicht erwarten. Am stärksten vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren die Industriebundesländer OÖ (+11 Prozent) und Steiermark (+9,8 Prozent) betroffen, während die Tourismusländer Tirol (+7,2 Prozent) und Kärnten (+4,1 Prozent) die geringste Zunahme verzeichneten.

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