Schweizer Banken bunkern 170 Milliarden Franken bei der SNB

Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Entwicklung in Griechenland und in der Eurozone haben Schweizer Banken wieder mehr Geld bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gebunkert.

Die Giroguthaben inländischer Banken bei der SNB stiegen in der Woche zum 25. Mai um mehr als 14 Milliarden Franken auf rund 170 Milliarden Franken, wie die Notenbank am Dienstag mitteilte.

Wie Veränderungen der Giroguthaben zustande kommen, erläutert die SNB üblicherweise nicht. Ein wichtiges Instrument sind Devisentransaktionen, wobei Repogeschäfte im Vordergrund stehen, die die SNB auch zur Verteidigung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken einsetzen kann. Zuletzt lagen die Giroguthaben im Januar auf dem nunmehr verzeichneten Niveau.

Euro nahe an der Mindestgrenze

In der Woche vor Pfingsten war der Kurs des Euro wieder einmal nahe an die SNB-Mindestgrenze von 1,20 Franken herangerückt. Erst Spekulationen, die Schweiz könnte Negativzinsen oder eine Strafsteuer auf Guthaben von Ausländern einführen, schoben den Euro dann vorübergehend wieder bis auf 1,2075 Franken hoch. Zuletzt wurden für die Gemeinschaftswährung 1,2013 Franken bezahlt.

Am Wochenende hatte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview der "SonntagsZeitung" erklärt, er rechne zwar nicht mit einem Zusammenbruch der Eurozone. Im "Fall der Fälle" seien für die Schweiz dann aber Kapitalverkehrskontrollen nicht ausgeschlossen. Es gebe einen deutlichen Aufwertungsdruck beim Franken. "Die Investoren suchen einen sicheren Hafen", sagte Jordan. Die SNB werde den Euro-Mindestkurs aber "selbst unter schwersten Bedingungen mit aller Konsequenz" durchsetzen.

Reuters/hahn

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