Krise schlägt in Südamerika ein

Krise schlägt in Südamerika ein

Brasilien senkt die Wachstumsprognose, Argentinien schrumpft erstmals seit 2009.

Lateinamerikas größte Volkswirtschaft schwächelt: Am Freitag senkte Brasiliens Regierung ihre Prognose für Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf drei Prozent. Bisher waren 4,5 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Das jahrelang boomende Schwellenland kämpft mit den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und den Folgen der Regierungsbemühungen, eine Überhitzung der Wirtschaft durch zu starke Kapitalzuflüsse zu verhindern. Erst im vergangenen Monat hatte die Notenbank ihre Erwartungen an die Wirtschaftsleistung für 2012 auf 2,5 Prozent von zuvor 3,5 Prozent reduziert. Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen im Schnitt sogar nur mit weniger als zwei Prozent.

Um die Wirtschaft zu stützen, senkte die Zentralbank jüngst den Leitzins auf ein Rekordtief von 8,0 Prozent. Präsidentin Dilma Rousseff legte ein Konjunkturprogramm auf: Die schwächelnde Industrie soll mit Steuerbegünstigungen und billigen Krediten aufgepäppelt werden.

Rezessionsalarm in Argentinien

Argentiniens Wirtschaft ist im Mai erstmals seit fast drei Jahren geschrumpft. Die Wirtschaftsleistung gab auf Jahressicht um 0,5 Prozent nach, wie aus am Freitag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Im April war die Konjunktur noch um 0,6 Prozent gewachsen.

Lateinamerikas drittgrößte Volkswirtschaft leidet derzeit stark unter einer hohen Inflation, der schwächelnden Weltwirtschaft, einer sinkenden Nachfrage aus Brasilien sowie neuen Regulierungsvorgaben. Lange hatte das Schwellenland mit rasanten Wachstumszahlen zu den weltweiten Musterschülern gezählt.

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