Jetzt auch noch Italien...

Jetzt auch noch Italien...

Es sei gefährlich zu behaupten, dass Italien niemals unter den Rettungsschirm schlüpfen werde, sagte Monti am Dienstag im Anschluss an ein Finanzminister-Treffen, bei dem das Rettungspaket für die spanischen Banken festgezurrt wurde.

Er fügte hinzu: "Italien könnte interessiert sein." Vor rund zwei Wochen hatte Monti bereits erklärt: "Italien plant derzeit keine Aktivierung des Mechanismus, aber ich schließe für die Zukunft nichts aus." Die EU-Rettungsfonds seien genau für ein Land wie Italien geschaffen worden, welches die Sparauflagen der EU erfülle.

Bislang haben fünf Länder aus der Euro-Zone unter dem Rettungsschirm Schutz gesucht: Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern. Der Fall Italien macht den Finanzmärkten wegen seiner Größe am meisten Sorgen - viele Anleger sorgen sich, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Deutschland und Frankreich die Rettungsmechanismen überfordern könnte. Das Misstrauen der Investoren hat zuletzt dazu geführt, dass die Renditen auf italienische Staatsanleihen wieder auf rund sechs Prozent gestiegen sind. Sollten die Anleger noch höhere Zinsen fordern, gilt der italienische Schuldenberg auf Dauer als nicht finanzierbar.

IWF erhöht Schuldenprognose

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhte den Reformdruck auf Monti. Um in Italien den Teufelskreis aus schwachem Wirtschaftswachstum und hohen Schulden zu durchbrechen, müssten die angefangenen Reformen mit aller Entschiedenheit und unter Hochdruck fortgesetzt werden, forderte der Chef der IWF-Delegation in Italien, Kenneth Kang.

Das in der Schuldenkrise in Bedrängnis geratene Land wird nach Einschätzung des IWF in diesem Jahr mehr Schulden machen als bislang erwartet: Die IWF-Experten erhöhten ihre Prognose für die Neuverschuldung auf 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung von bislang 2,4 Prozent. Dadurch werde der Gesamtschuldenstand 2013 wohl auf 126,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anschwellen und nicht wie bislang erwartet auf lediglich 123,8 Prozent.

Italiens Industrie sendet Hoffnungsschimmer

Einen kleinen Lichtblick für die italienische Wirtschaft inmitten der Schuldenmisere lieferte die Industrie des Landes mit einem unerwarteten Produktionsanstieg. Das verarbeitende Gewerbe, das neben der Industrie auch die Energie umfasst, stellte im Mai 0,8 Prozent mehr her als im Vormonat. Das Plus gilt aber auch als Gegeneffekt zum starken Rückgang von zwei Prozent im April. Auch in Italien zeigt der langfristige Vergleich, dass die Unternehmen mitten in der Rezession noch lange nicht wieder auf vollen Touren fahren. Denn die Produktion schrumpfte im Vergleich zum Mai 2011 um fast sieben Prozent.

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