Für S&P hat Griechenland keine Chance

Für S&P hat Griechenland keine Chance

Das Land werde vermutlich weitere Hilfen benötigen, teilte die US-Ratingagentur mit. "Nach der verzögerten Umsetzung von Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung und einer Verschlimmerung der griechischen Wirtschaftslage gehen wir davon aus, dass Griechenland 2012 zusätzliche Finanzhilfen aus dem EU/IWF-Programm benötigen wird", hieß es in einer Erklärung.

Für den Zeitraum 2012 bis 2013 geht S&P nun von einem Schrumpfen der griechischen Wirtschaft von zehn bis elf Prozent aus, verglichen mit den EU/IWF-Schätzungen von vier bis fünf Prozent.

S&P bestätigte das Rating "CCC/C" für Griechenland. Damit gelten die Anleihen des Landes als hoch spekulativ. Anfang Mai hatte S&P die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "CCC" hochgestuft von "vorübergehenden Zahlungsausfall". Dabei war der Ausblick mit "stabil" benotet worden.

Finanzmärkte bleiben (noch) cool

An den asiatischen Märkten blieb der Schritt am Mittwoch zunächst ohne große Auswirkungen. Insbesondere die Tokioter Börse zeigte sich deutlich im Plus. Der Euro tendierte zum Dollar kaum verändert.

Am Sonntag hatten die internationalen Geldgeber Griechenland Fortschritte bei den Sparbemühungen bescheinigt. In einer gemeinsamen Erklärung von EZB, EU-Kommission und IWF hieß es, die Gespräche über eine Umsetzung des Sparprogramms seien produktiv verlaufen. Es bedürfe jedoch einer stärkeren Anstrengung, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Von dem für September erwarteten Bericht der sogenannten Troika ist die nächste Auszahlung von Hilfen aus dem Rettungsprogramm abhängig. Vor einigen Tagen einigten sich die Koalitionsparteien in Athen auf ein weiteres Sparpaket von 11,5 Milliarden Euro.

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat zwar vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone gewarnt, hält einen GrEXIT aber für handelbar: "Es wäre aus heutiger Sicht ein beherrschbarer Vorgang", sagte der Ministerpräsident zwar in einem auf der Webseite der luxemburgischen Regierung verbreiteten WDR-Interview. Es sei aber kein wünschenswerter Vorgang. Ein solcher Schritt brächte erhebliche Risiken mit sich, vor allem für die einfachen Menschen in Griechenland.

Juncker kritisierte zudem den Ton der Diskussion über dieses Thema in Deutschland. "Die Deutschen, viele Deutsche, auch die überregionale deutsche Presse, auch die bebilderte Presse, reden über Griechenland so als ob dies ein Volk wäre, das es nicht zu respektieren gilt. Das ist nicht so", sagte er.

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