Facebook kassiert 18,4 Milliarden Dollar

Facebook schreibt mit seinem Börsengang Geschichte. Das weltweit führende soziale Online-Netzwerk legt den drittgrößten Börsengang aller Zeiten in den USA hin, unter den Technologieunternehmen ist es sogar der mit Abstand größte IPO überhaupt.

Die Aktien gingen für 38 Dollar pro Stück an die Investoren und damit am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar, wie das erst acht Jahre alte US-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Online-Treffpunkt nimmt bei seinem Sprung auf das Handelsparkett insgesamt 18,4 Milliarden Dollar ein, wenn auch eine Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird. Der Börsenwert von Facebook beläuft sich auf 104 Milliarden Dollar. Das Online-Portal ist damit mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Am Freitag soll das Dividendenpapier zum ersten Mal an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden. Experten trauen der Aktie bei ihrem Debüt einen Kurssprung von über 50 Prozent zu.

"Ich denke, alles über 50 Prozent wird als erfolgreiche Emission betrachtet - alles unter 50 Prozent als enttäuschend. Viele Privatanleger kümmern sich nicht um die Bewertung", sagte Jim Krampfel, Analyst bei Morningstar.

Volumen und Preisspanne wurden angehoben

Wegen der starken Nachfrage erhöhte Facebook zuletzt sowohl das Volumen der angebotenen Aktien als auch die Preisspanne. Am Mittwoch gab Facebook bekannt, 25 Prozent mehr Aktien anzubieten als zuvor geplant. Am Dienstag hatte der Branchenprimus die Preisspanne für seine Aktien auf 34 bis 38 Dollar von zuvor 28 bis 35 Dollar je Papier angehoben.

Der US-Internetgigant Google erzielte 2004 nur knapp zwei Milliarden Dollar. Die Nummer eins ist - bis zum geplanten Handelsstart von Facebook am Freitag - noch der deutsche Chipkonzern Infineon, der Daten von Reuters zufolge im Jahr 2000 mit seinem Marktdebüt 5,9 Milliarden Dollar erlöste. Branchenübergreifend ist der Facebook-IPO der zehntgrößte überhaupt. Hierzulande liegt nur der frühere Staatsmonopolist Deutsche Telekom vor Facebook. In der IPO-Rangliste der USA steht das erst vor acht Jahren gegründete Unternehmen hinter General Motors (GM) und Visa an dritter Stelle.

Von den Einnahmen des Börsengangs fließen Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Online-Treffpunkts früh erkannt haben. Der 28 Jahre alte Gründer Mark Zuckerberg bleibt auch nach dem IPO Mehrheitseigner.

Erste Zweifel am Geschäftsmodell

Mehr als 900 Millionen Menschen weltweit haben ein Facebook-Konto, organisieren ihre Kontakte über das soziale Netzwerk, posten Fotos und teilen Musik mit Freunden. Zuletzt wurden immer wieder Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells laut. Zwar wuchs Facebook in den zurückliegenden Monaten weiterhin stark, jedoch musste das Unternehmen jüngst seinen ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren bekanntgeben.

Wasser in den Wein goss - ausgerechnet kurz vor dem IPO - auch GM. Der US-Autobauer kündigte an, künftig keine Werbung mehr über Facebook zu schalten. Die Opel-Mutter hält offenbar die Erfolgsaussichten der Werbung bei Facebook für zu gering. Auch der Chef der weltgrößten Werbeagentur WPP, Martin Sorrell, äußerte sich vorsichtig: "Es gibt eine Menge Potenzial, es ist aber kein Selbstläufer."

Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle für Facebook. Problematisch für die Silicon-Valley-Firma ist, dass immer mehr Anhänger über mobile Zugänge wie Smartphones und Tablets das Netzwerk besuchen. In diesen Fällen kann Facebook weniger für Anzeigen verlangen, zudem schalten bisher weniger Konzerne auf mobilen Geräten Werbung. Erst kürzlich hat Facebook diese Dienstleistung überhaupt in sein Repertoire genommen.

Reuters

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