Euro-Zone: Am Anleihenmarkt ist die Hölle los

Trotz der jüngsten Bankenreform gerät Spanien immer stärker in den Sog der Schuldenkrise. Die Investoren verlangten am Montag mit 477 Punkten den höchsten Risikoaufschlag für zehnjährige spanische Anleihen seit Bestehen der Euro-Zone. Renditen der griechischen Bonds gehen überhaupt durch die Decke.

Die Renditen deutscher Bundesanleihen sind am Montag erneut auf ein Rekordtief gefallen. Rege Nachfrage gibt es auch weiterhin für Österreichische Staatsanleihen, die nun schon eine Rendite von unter 2,5 Prozent ausweisen und damit ebenfalls ein Allzeittief markierten.

Unter Druck standen indes griechische, italienische und spanische Papiere. Die Rendite von zehnjährigen spanischen Bonds kletterte erstmals seit dem 30. November auf mehr als 6,30 und damit 32 Basispunkte höher als am Freitag. Italienische Papiere gleicher Laufzeit rentierten bei 5,67 Prozent um 19 Basispunkte höher.

Auch die Kosten für die Kreditausfallversicherungen (CDS) für spanische und italienische Anleihen legten zu, wobei der unklare Ausgang der Regierungsverhandlungen in Griechenland für zusätzliche Nervosität am Markt sorgte. "Das Risiko, dass Griechenland aus dem Euro austritt, besteht. Und sollte das passieren, steigt auch wieder die Ansteckungsgefahr für Länder wie Italien und Spanien", sagte Markt-Stratege Alessandro Giansanti von der ING-Bank. Die spanischen Banken nahmen unterdessen die von der Regierung verordnete Zusatzaufstockung ihrer Kapitaldecke in Angriff. Insgesamt legen die fünf größten Institute des Landes dazu weitere 15 Milliarden Euro zurück. An der Börse gehörten die Geldhäuser zu den größten Verlierern.

Hellas-Exit immer wahrscheinlicher

Die festgefahrene politische Lage in Griechenland wird wohl anhalten, nachdem es auch Staatspräsident Karolos Papoulias nicht gelungen war, die Parteien nach den Wahlen am letzten Sonntag zu einer Einheitsregierung zu bewegen. “Wir glauben, dass Griechenland den Euroraum verlassen wird. Wir sehen eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür zwischen dem dritten Quartal und dem Jahresende”, erklärte Yoshinori Shigemi, Stratege bei RBS Securities Japan Ltd. in Tokio. Die Rendite von zehnjährigen griechischen Bonds knallte um 235 (!) Basispunkte auf 26,07 Prozent nach oben.

Spanien platzierte heute für 2,9 Mrd. Euro Schatzwechsel. Das Volumen lag leicht unter dem Maximalziel von drei Mrd. Euro. Auch musste das Land etwas höhere Renditen bieten. Die Zwölfmonats-Wechsel kamen mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,985 Prozent an den Markt, verglichen mit 2,623 Prozent am 17. April. Die Papiere mit einer Laufzeit von 18 Monaten wiesen eine Emissionsrendite von 3,302 Prozent auf, verglichen mit 3,1 Prozent im vergangenen Monat.

Italien nahm 5,25 Mrd. Euro über vier Anleihen auf, was dem geplanten Volumen entsprach. Die 2015 fälligen Papiere waren mit einer Emissionsrendite von 3,91 Prozent ausgestattet, verglichen mit 3,89 Prozent am 12. April. Die zehnjährigen Bonds kamen mit einer Rendite von 5,66 Prozent an den Markt, verglichen mit 5,84 Prozent bei einer Auktion am 27. April.

Angesichts der schweren Vertrauenskrise hängen die spanischen Banken quasi am Tropf der EZB: Sie liehen sich im April den Rekordbetrag von 316,9 Milliarden Euro. Im März waren schon 316,3 Milliarden Euro von den Instituten zwischen Bilbao und Malaga am EZB-Sitz in Frankfurt abgerufen worden.

Agenturen/hahn

Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Anleihen

Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Schaden aus Schuldenschnitt ist noch nicht genau bezifferbar, wird aber nicht zwangsläufig in voller Höhe das Budget belasten.

Kommunalkredit

 

Für KA Finanz-Verlust wurde vorgesorgt

Bad Bank der staatlichen Kommunalkredit muss wegen "Hellas-Desaster" neuerlich gestützt werden.

Kommunalkredit

 

Fass ohne Boden: Regierung greift "KA Finanz" mit 1,27 Milliarden Euro unter die Arme