Eskalation bei der AUA

Eskalation im Streit zwischen AUA und ihrem fliegenden Personal: Die Gewerkschaft vida hat den Kollektivvertrag des fliegenden Personals der AUA-Tochter Tyrolean gekündigt, teilte der Tyrolean-Betriebsrat mit.

Die Gewerkschaft vida will trotz Kündigung des Tyrolean-Kollektivvertrages weiter mit der AUA verhandeln und letztlich einen KV für den gesamten AUA-Konzern erreichen. Hätte man nicht gehandelt, dann hätte die AUA durch die Überführung des AUA-Bordpersonals in den Tyrolean-KV einseitig die Arbeitsbedingungen der AUA-Mitarbeiter verschlechtern können, begründet der Vorsitzende der vida-Sektion Verkehr, Gottfried Winkler, die Maßnahme.

Sobald es "gesicherte Verhandlungsergebnisse" für das fliegende Personal der AUA gebe, wäre die Gewerkschaft bereit, die Kündigung des Tyrolean-KV wieder zurückzunehmen, verspricht Winkler. Bei Tyrolean sind von der KV-Kündigung rund 950 Mitarbeiter betroffen. Die am 15. Februar von der Arbeitgeberseite ausgesprochene einseitige Kündigung des AUA-KV-Bord betraf rund 2.400 Beschäftigte. Die AUA verlangt bis 5. April umfangreiche Kosteneinsparungen beim fliegenden Personal und bereitet als Alternative den Übergang des AUA-Flugbetriebs zu Tyrolean - mit automatischer Eingliederung in den Tyrolean-KV - vor.

Bisher verhandelte der AUA-Betriebsrat über neue Konditionen mit dem AUA-Management, am Mittwoch habe sich die vida eingeschaltet, so Winkler in einer schriftlichen Stellungnahme. Betriebsrat und Gewerkschaft hätten der AUA-Geschäftsführung Einsparungseffekte im Wert von bis zu 47 Mio. Euro angeboten. Dazu hätten längere Flugzeiten, eine "Streckung" der jährlichen Inflationsanpassung und der Biennalsprünge sowie ein Umstieg vom leistungs- auf ein beitragsorientiertes Modell bei der Alterssicherung beitragen sollen. Außerdem hätten die Arbeitnehmer den Umstieg des Bordpersonals in einen günstigeren "AUA-KV neu" angeboten, schreibt Winkler.

Die betroffene Tyrolean-Belegschaft fühlt sich von der Gewerkschaft nicht gut vertreten. "Dass Sozialpartner gegen den Willen der Belegschaft, die sie angeblich vertreten, die Arbeitsgrundlage entreißen, ist in Österreich einmalig und stellt unseres Erachtens die gesamte Einrichtung 'Gewerkschaft' in Frage. Wir werden selbstverständlich gegen die Kündigung unseres Kollektivvertrages vorgehen. (AUA-Vorstandsvorsitzender) Jaan Albrecht hat seine Unterstützung zugesichert", schreibt Alexandra Patzal vom Betriebsrat des fliegenden Personals bei Tyrolean.

APA

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