Eine Billion Euro sind nicht genug ...

Die Wahrscheinlichkeit, dass die südeuropäischen Banken eine dritte Runde der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (LTRO) der Europäischen Zentralbank (EZB) benötigen, nimmt zu. Darauf hat die Ratingagentur Fitch Ratings in einer Studie hingewiesen. Fitch nannte als Begründung die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland.

“Sollte eine dritte Runde der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Longer Term Refinancing Operation, LTRO) benötigt werden, dann wird es sie auch geben wird”, erklärte James Longsdon, Managing Director bei Fitch in London. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass eine solche Aktion unmittelbar bevorstehe. Voraussetzung für die neue Runde sei ein “weiterer signifikanter Schock, wie ein Austritt der Griechen aus dem Euro”, erläuterte Longsdon.

Die EZB hatte mehr als 800 Finanzinstituten im Euroraum in den vergangenen Monaten über 1 Billion Euro über LTRO-Geschäfte zur Verfügung gestellt - und das zu einem Zins von gerade einmal einem Prozent. In der ersten Runde wurden rund 489 Mrd. Euro vergeben, in der zweiten 529,5 Mrd. Euro. Viele Banken nutzten das Geld wohl, um höherverzinsliche italienische und spanischen Anleihen zu kaufen.

Es kam in der Folge zu einer Kursrally bei den Bonds aus der Euro-Peripherie. Doch auch die Kurse der Banken selbst wurden gestützt, Bedenken wegen ihrer Kreditwürdigkeit nahmen kurz nach der Aktion ab.

Nationalisierung der Staatsschulden

Die Geldschwemme der EZB sorgte aber auch für erratischen Verschiebungen am Anleihenmarkt. Es kam und kommt zu einer zunehmenden Nationalisierung der Staatsschulden. Denn während ausländische Banken laufend ihre Bonds aus den Problemstaaten abverkaufen, sammeln die jeweiligen Banken der Staaten die Papiere wieder ein und sind auch Hauptabnehmer neuer Bondemissionen. Diese systematische Forderungsverschiebung erhöht das Systemrisiko für die einzelnen Staaten erheblich.

EZB hat bei "Bank-Run" in Hellas keine Chance

Im Falle eines spontanen Euro-Exits von Griechenland wäre die EZB alllerdings mit Sicherheit überfordert. Die wahre Besorgnis, die sich aus einem Austritt von Griechenland aus der Eurozone ergibt, ist nämlich das Risiko eines Sturms auf die Banken. Das hat Volkswirt Stephane Deo von der UBS erklärt. Seiner Meinung nach dürfte sich wohl jedes Eingreifen der EZB als unzureichend erweisen.

Was in diesem Fall wirklich notwendig ist, sei ein Eingreifen der Regierungen. “Die Lösung besteht darin, einen Sturm auf die Banken von Anbeginn zu vermeiden. Das ist besser, als Liquidität reinzupumpen, um einen Ausglich zu schaffen”, schrieb er in einer Notiz.

Die EZB werde möglicherweise zu unkonventionellen Maßnahmen gezwungen sein, wie längerfristige Refinanzierungsgeschäfte mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Auch könne es neue Bestimmungen zu den zu hinterlegenden Sicherheiten geben.

Eine Zinssenkung sieht Deo nicht als etwas, das den Verlauf der Ereignisse stark beeinflussen würde. Auch einen Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB sieht der UBS-Volkswirt als “nicht vollständig überzeugend” an.

Das griechische Bankensystem hatte in den zwei Jahren bis zum 31. März 2012 im Schnitt pro Woche etwa 622 Mill. Euro an Einlagen verloren. Gerüchte, eine ähnliche Entwicklung vollziehe sich auch bei der spanischen Bankia , führten erst am 17. Mai zu einem Kurseinbruch bei der Bank von nahezu 30 Prozent.

Bloomberg/hahn

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