"Ein Austritt Griechenlands wird teuer und chaotisch, aber unausweichlich"

Mohamed El-Erian appeliert gegenüber Bloomberg an die Politiker der Eurozone, sich auf den Fall eines Euro-Exits von Griechenland einzustellen, damit die Stabilität des Finanzsystems gewährleistet ist.

“Ein Austritt Griechenlands wird teuer und chaotisch, aber er wird unausweichlich sein. Deswegen sollten wir dafür planen”, sagte El-Erian im Interview mit Bloomberg Radio. PIMCO ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und Verwalter des weltgrößten Anleihefonds.

Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien - die vier größten Volkswirtschaften der Region - müssen die Führung bei der Lösung der Krise übernehmen, erläuterte El-Erian, der früher ein stellvertretender Director beim Internationalen Währungsfonds (IWF) war. „Sie müssen eine kleinere Währungsunion gründen, die weniger fehlerhaft ist“. “Für Griechenland gibt es eine allerbeste Lösung”, sagte El-Erian. “Sie müssen sich jetzt darauf konzentrieren, welche Schritte mittelfristig ihr Überleben sichern können.”

PIMCO kam Ende des ersten Quartals auf ein Anlagekapital im Volumen von insgesamt 1,77 Billionen Dollar. Allein der Anleihefonds Total Return Fund verwaltet 258,7 Mrd. Dollar, wie aus Daten von der Website des Unternehmens hervorgeht.

Hellas-Exit immer wahrscheinlicher

Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone beträgt mittlerweile mehr als 50 Prozent, erklärte Dan Greenhaus, der weltweite Chef- Stratege beim Broker-Dealer BTIG in New York. Es sei jedoch keineswegs ausgemachte Sache, dass es tatsächlich dazu kommen werde, fügte er in einem aktuellen Bericht hinzu.

Sollte es aber zu einem Austritt kommen, würden sich die Verluste für die Eurozone auf eine Spanne von 200 Mrd. Euro bis 400 Mrd. Euro summieren. Gleichzeitig würden jedoch auch die Risiken steigen, dass es zu einem kompletten Zerfall der Währungsunion komme, erläuterte Greenhaus.

Die Führung der G8-Nationen forderte Griechenland am 19. Mai dazu auf, innerhalb des Euroraums zu bleiben. Umfragen zu der Wahl in dem Land deuten allerdings darauf hin, dass es bei der am 17. Juni anstehenden Neuwahl zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien kommen wird, die die Rettungsaktion unterstützen und denen, die sie ablehnen.

Bloomberg/hahn

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