Die Krise ist abgehakt: Erste meldet Quartalsgewinn von 346,5 Millionen Euro

Ein Sondererlös aus Hybridanleihe-Rückkäufen von 250,6 Millionen Euro half der Erste Group im ersten Quartal 2012 Verluste im Ungarn- und Rumänien-Kreditgeschäft abzufangen.

Der Vorstand kündigte im Ausblick für 2012 an, dass im laufenden zweiten Quartal aus dem Rückkauf von Tier-1- und Tier-2-Anleihen nochmals ein solcher Einmalerlös von 160 Mio. Euro ansteht.

Nach heutiger Mitteilung hat die Bank per Ende März die von der europäischen Aufsicht EBA für Ende Juni vorgegebene Kapitalquote von 9 Prozent schon übertroffen. Die EBA-Eigenkapitalquote lag bei 9,7 Prozent. Ohne Einbeziehung des Quartalsgewinns waren es laut Konzernchef Andreas Treichl 9,1 Prozent. Die Bank werde "sämtliche Kapitalanforderungen - EBA und Basel III - problemlos, nachhaltig und termingerecht erfüllen", schrieb der Vorstand.

Wie die Bank Montagfrüh mitteilte, waren in Ungarn im ersten Quartal nochmals außerordentlich hohe Vorsorgen und Wertberichtigungen von 75,6 Mio. Euro nötig. In Rumänien waren 98,6 Mio. Euro zusätzlich für Kreditrisiken nötig.

Dennoch wies der Konzern heute für das erste Quartal einen Nettogewinn (Periodenüberschuss nach Steuern und Minderheiten) von 346,5 Mio. Euro aus, um 7,8 Prozent mehr als im Jahr davor.

Zinsüberschuss gestiegen

Der Zinsüberschuss war mit 1,337 Mrd. Euro um 2,7 Prozent höher, der Provisionsüberschuss aber mit 430,3 Mio. Euro um 5,5 Prozent tiefer, stark eingebrochen ist das Handelsergebnis. Hier hatte es im Vergleichsquartal 2011 hohe Aufwertungsgewinne gegeben, deshalb fiel das Handelsergebnis damals außergewöhnlich stark aus.

Obwohl die Betriebskosten gesenkt wurden, sank das Betriebsergebnis, weil die Betriebserträge schrumpften. Vor allem wegen des starken Rückgangs im Handelsergebnis um 60 Prozent von 236,7 auf 93,6 Mio. Euro sank das Betriebsergebnis im Quartal um 11,2 Prozent auf 915 Mio. Euro.

Die Gesamt-Kreditwertberichtigungen stiegen - wegen der Sonderbelastungen in Ungarn und der Entwicklung Rumänien - um 26 Prozent auf 580 Mio. Euro. Die Bond-Rückkäufe hingegen pushten den sonstigen betrieblichen Erfolg.

Der Vorsteuergewinn lag somit Ende März 2012 bei 487,1 Mio. Euro (plus 3,4 Prozent. Nach Steuern und Minderheiten verblieben 346,5 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 80 Cent (76 Cent).

Osteuropa weiter unter Druck

Die hohen Kreditabschreibungen hinterließen bei der Rumänien-Tochter BCR im Quartal einen Verlust von 72,2 Mio. Euro. In Ungarn lag der Verlust der dortigen Tochter bei 81,8 Mio. Euro. Rot bilanzierte auch die Ukraine-Bank mit 8,2 Mio. Euro Nettoverlust.

Tschechien (Gewinn: 144 Mio. Euro) lief positiv, die kleine Serbientochter ist in der Gewinnzone. In Kroatien wurde der Gewinn auf 6 Mio. Euro in etwa halbiert. In der Slowakei gab es stabile Zahlen, mit 43,3 Mio. Euro Nettoprofit nach 45,4 Mio. Euro im Jahr davor.

Von 39 auf 50,5 Mio. Euro angehoben hat ihren Nettogewinn die Erste Bank Österreich. Treichl ist mit der Entwicklung in den Kernmärkten Österreich, Tschechien und der Slowakei sehr zufrieden, wie er den Aktionären schrieb.

Im Gesamtjahr 2012 erwartet der Erste-Konzernchef ein "stabiles Betriebsergebnis". Die Kreditrisikokosten sollten auf etwa 2 Mrd. Euro sinken, blieben allerdings wegen der außerordentlichen Vorsorgen in Ungarn (Stichwort: Fremdwährungskredit-Konvertierung) und in Rumänien belastet.

APA

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