"Die Bedenken wegen Europa nehmen eindeutig zu"

Angesichts der wieder aufflammenden Staatsschulden-Krise in Europa und Bedenken wegen der Stärke der Konjunkturerholung in den USA setzen Morgan Stanley, JPMorgan und Bank of America einheitlich auf Hochzinsanleihen, so genannte Junk-Bonds.

Renditestarke US-Papiere befänden sich derzeit in einer "optimalen" Situation, da Kreditnehmer ihre Schulden reduziert hätten, erklärte Morgan Stanley in der vergangenen Woche.

JPMorgan geht davon aus, dass die Renditen von Junk-Bonds bis zum Jahresende um mehr als einen halben Prozentpunkt fallen werden. Bank of America favorisiert Papiere aus dem mittleren Bewertungsbereich der Ramsch-Noten.

Die renditestarken aber bonitätsschwachen Papiere werden in Zukunft deutlich stärker zulegen, erwarten die Analysten von Morgan Stanley und JPMorgan. Sie verweisen darauf, dass die Zentralbanken voraussichtlich aggressiver vorgehen werden, um das Fiskal-Ungleichgewicht in Europa in den Griff zu bekommen. Moody’s Investors Service rechnet damit, dass die Ausfallraten in diesem Jahr zwar etwas anziehen, jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt bleiben werden.

Bedenken wegen Europa nehmen zu

“Selbst wenn wir die im Vergleich zu Papieren besserer Bonität höhere Ausfallwahrscheinlichkeit einrechnen, bieten die Hochzinspapiere eine attraktive Anlagemöglichkeit", sagt Adam Richmond, Stratege für Hochzinspapiere bei Morgan Stanley in New York. “Die Bedenken wegen Europa nehmen eindeutig zu. Die Lage ist in diesem Jahr jedoch etwas anders, da die Zentralbanken weltweit unserer Ansicht nach etwas reaktionsfreudiger sind.”

Der Renditeaufschlag der US-Junk-Bonds gegenüber den US- Staatsanleihen beträgt derzeit etwa 620 Basispunkte, wie aus Index-Daten von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. In diesem Jahr ist die Risikoprämie bislang um 103 Basispunkte gesunken. Zum Vergleich: Das Tief im vergangenen Jahr war am 21. Februar bei 452 Basispunkten, und am 4. Oktober wurde mit 910 Basispunkten ein Zweijahreshoch markiert.

“Fundamental gesehen ist der Hochzinsmarkt gesund, die Kredit-Messgrößen sehen gut aus und die Ausfallquote ist sehr gering”, erklärte Peter Acciavatti, Leiter US-Junkbonds bei JPMorgan, in einem Bericht in der vergangenen Woche.

Analysten der US-Bank gehen davon aus, dass die Rendite der Junk-Bonds bis Jahrsende um 56 Basispunkte auf sieben Prozent fallen wird. Die Kollegen von Morgan Stanley sagen für den Rest des Jahres einen Ertrag von 6,3 Prozent voraus. Voraussetzung dafür sei ein “mäßiges Wirtschaftswachstum” in den USA, das die Kreditnehmer dazu veranlassen werde, ihr Schuldenniveau zu senken. Es sei damit zu rechnen, dass die Ausfallquote unter drei Prozent bleiben werde und dass der Appetit der Investoren auf höher rentierende Papiere aufgrund einer “milden Rezession” in Europa zunehmen werde.

Moody’s hob die Prognose für die Ausfallquote bei spekulativen Papieren weltweit in diesem Monat von 2,6 Prozent auf 3,0 Prozent an, nachdem elf Unternehmen im März Pleite gingen. Der langfristige Durchschnitt liegt allerdings bei 4,8 Prozent. Am Ende des ersten Quartals lag die Quote bei 2,3 Prozent, verglichen mit 1,8 Prozent am Jahresende.

“Zurzeit ist es das Beste, was man im Portfolio haben kann”, solange die Europakrise nicht ein “systemisches Risiko” hervorruft, sagt Kingman Penniman, Konzernchef von KDP Investment Advisors, mit Blick auf die Junk-Bonds. “Die Klasse der Hochzinspapiere kann Bedenken wegen des Zinsniveaus absorbieren.”

Bloomberg/hahn

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