Der Kranich muss abspecken

Die Flotte solle in den nächsten drei Jahren nicht mehr wachsen, Strecken gestrichen und zahlreiche Flüge künftig von der Billigflugtochter Germanwings betrieben werden, schrieb Lufthansa-Passagiervorstand Carsten Spohr in einem Reuters vorliegenden Brief an die Mitarbeiter. Bei vielen Langstreckenflügen werde zudem die First Class abgeschafft. Neue Langstreckenflugzeuge würden erst bestellt, wenn erste Sparziele erreicht worden seien.

Der Lufthansa macht die wachsende Konkurrenz durch Billigfluglinien und Golf-Airlines wie Emirates oder dem Air-Berlin-Partner Etihad zu schaffen. Die Fluglinie, die seit Jahren im Europageschäft rote Zahlen schreibt, leidet zunehmend auch auf Langstreckenflügen unter dem harten Wettbewerb. Lufthansa habe in diesem Jahr drei Strecken in die Boom-Märkte Asiens einstellen müssen. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass den nächsten gefährdeten Strecken Nanjing, Chennai und Bangkok das gleiche Schicksal widerfährt", schrieb Spohr in dem Brief, über den auch die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Samstagausgabe berichtete.

Der Lufthansa-Konzern will den operativen Gewinn mit seinem Sparpaket namens "Score" bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro steigern. Das Lufthansa-Passagiergeschäft soll dazu rund 900 Millionen Euro beitragen, wie Spohr erläuterte. Mit 600 Millionen Euro soll der Löwenanteil aus Einsparungen stammen, den Rest will Spohr mit Erlössteigerungen etwa durch den Verkauf von mehr teueren Tickets schaffen.

Keine neuen Kapazitäten

Entgegen der bisherigen Planungen werde die Anzahl der Lufthansa-Flugzeuge bis 2014 nicht steigen. Verlustbringende Strecken würden gestrichen, die Zahl der angebotenen Sitzplätze werde 2012 auf dem Vorjahresniveau stagnieren. In den Jahren 2013 und 2014 werde die Kapazität maximal um vier Prozent pro Jahr steigen. In Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Köln soll das Geschäft mit der Billigtochter Germanwings zusammengelegt werden. Auf Strecken, auf denen ein harter Preiswettkampf herrscht, will Lufthansa die First Class abschaffen. Zudem will Spohr noch einmal prüfen, eine aufgewertete Economy-Class ("Premium Economy") einzuführen.

Reuters/hahn

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