"Das wäre eine Katastrophe für Griechenland"

Griechenland muss im Euroraum bleiben, fordert der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Simitis. Es wäre eine “Katastrophe” für das Land, wenn es zu einer eigenen Währung zurückkehrt.

“Es steht außer Frage, wir müssen im Euroraum bleiben”, erklärte Simitis am Dienstag auf einem Forum in Peking. “Die Idee, die Drachme wieder einzuführen, ist eine Idee, die nicht funktionieren kann.”

Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker erklärte am Montag, dass die Spekulationen, dass Griechenland den Euroraum verlassen könnte, “Unsinn” und “Propaganda” seien. Indes scheint die festgefahrene politische Lage anzuhalten, nach den Wahlen vom 6. Mai, die keine klaren Mehrheitsverhältnisse geschaffen haben, ist noch keine Regierung gebildet worden. Dem Staatspräsidenten Karolos Papoulias ist es bisher nicht gelungen, eine Vereinbarung zu einer Einheitsregierung zu erreichen und damit Neuwahlen zu vermeiden, so dass das Land auf einen möglichen Austritt aus dem Euroraum zusteuert.

Austritts-Diskussion sinnlos?

Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro könnte “technisch” bewerkstelligt werden, würde aber das Vertrauen in die Währungsunion untergraben, erklärte EZB-Ratsmitglied Patrick Honohan am 12. Mai. “Es ist nicht unbedingt verheerend, aber es ist auch nicht attraktiv.” Ein Rückzug aus der Wirtschafts- und Währungsunion ist eine “Diskussion ohne Sinn”, sagte Simitis und fügte hinzu, dass es eine “Katastrophe” für Griechenland sein würde, wenn die Griechen den Euro nicht mehr als Landeswährung hätten.

Bei einem Austritt müssten die Banken für mindestens drei Monate schließen, während die Vorbereitungen, beispielsweise das Drucken der neuen Währung, getroffen werden, erläuterte Simitis und verwies auf die Einschätzung von “Experten”.

“Die Banken für drei Monate zu schließen - das ist Unsinn”, erläuterte er. “Wenn sie für länger als drei Tage geschlossen werden, wird es einen Ansturm auf die Banken geben.”

EZB diskutiert jetzt mit

Das einst als Tabu geltende Thema eines Austritts oder eines Ausschlusses Griechenlands aus dem Euroraum wurde vergangene Woche in die Öffentlichkeit getragen, als Honohan und andere EZB-Vertreter sich zu dem Für und Wider äußerten.

Simitis sagte, er glaube, dass Griechenland niemals den Euroraum verlassen werde und dass die politischen Parteien in “gewisser Weise” versuchen, die “Konditionen mit der Europäischen Union neu zu verhandeln.” Derzeit sagt Europa “nein”, aber nach einiger Zeit sagt es gewöhnlich “in Ordnung”, erläuterte Simitis.

Bloomberg

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