Commerzbank wirft alle Griechen-Bonds aus der Bilanz

Die Commerzbank kann den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal vorzeitig abhaken. Die zweitgrößte deutsche Bank habe die von der EBA Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro Ende März geschlossen und sogar einen zusätzlichen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres um 63 Prozent auf 369 (Vorjahr: 985) Millionen Euro und blieb noch hinter den ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten zurück.

Vorstandschef Martin Blessing entschuldigte das Ergebnis auch mit den Anstrengungen, die Bilanzrisiken zu reduzieren, was auf Kosten des Gewinns gegangen sei. "Im ersten Quartal lag unsere Priorität auf der Erreichung des EBA-Kapitalziels" sagte er. Europas Banken müssen bis 30. Juni eine Kernkapitalquote von neun Prozent einschließlich eines Puffers für eine Verschärfung der Euro-Staatschuldenkrise erreichen.

Dazu war die Bank scharf durch ihre Bilanz gegangen und hatte Kapitalbestandteile, die nach den neuen Kapitalregeln ab Anfang 2013 ohnehin nicht mehr anerkannt werden, abgebaut oder getauscht. Die neuen Griechenland-Anleihen wurden postwendend komplett verkauft, in den anderen Schuldenstaaten Südeuropas hält die Commerzbank nur noch Staatsanleihen im Wert von 12,1 Milliarden Euro. Anfang des kommenden Jahres soll der harte Kapitalpuffer bei zehn Prozent liegen, obwohl die Hürden dann noch einmal nach oben geschraubt werden.

Gewinnwarnung für Gesamtjahr

In ihrem Plan für die EBA hatte die Bank für die ersten sechs Monate 2012 einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro vorgesehen - das sei aber nicht mehr zu schaffen, räumte sie nun ein. Blessing bezeichnete die Quartalszahlen trotzdem als solide. Zwei Sondereffekte verzerrten das Ergebnis um insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro. Zum einen musste die Commerzbank ihre Schulden um 158 Millionen Euro höher bewerten, weil diese an den Märkten als sicherer eingestuft werden, zum anderen brachte ein Rückkauf von Hybridpapieren in diesem Jahr weniger als 100 Millionen Euro Gewinn, eine ähnliche Aktion vor einem Jahr hatte 358 Millionen gebracht. Vor allem der Zinsüberschuss - eine der wichtigsten Ertragsquellen des größten deutschen Kreditgebers - blieb hinter den Erwartungen zurück. "Die Erträge wurden durch die konsequente Risikoreduzierung, das schwache Zinsumfeld und die anhaltende Kundenzurückhaltung insbesondere im Wertpapier-Geschäft belastet", sagte der neue Finanzvorstand Stephan Engels.

Das machte die Bank nur teilweise durch weiter rückläufige Rückstellungen für faule Kredite und Kostensenkungen wett. Die Risikovorsorge sank um 30 Prozent auf 212 Millionen Euro, obwohl sich die Lage in der Schiffsfinanzierung verdüstert. Zum Ende des Jahres soll die Risikovorsorge maximal 1,7 Milliarden Euro betragen. Die Kosten seien im ersten Quartal um 400 Millionen Euro gesenkt worden. Damit werde die Bank voraussichtlich unter den angepeilten 7,6 Milliarden Euro im Gesamtjahr bleiben. Bei der Prognose blieb Blessing trotzdem vage: Die Commerzbank werde 2012 ein solides operatives Ergebnis im Kerngeschäft erreichen, bekräftigte er. "Die mit der europäischen Staatsschuldenkrise einhergehende hohe Unsicherheit wird die Ertragslage der Bank aber weiterhin vor Herausforderungen stellen", hieß es im Zwischenbericht.

Reuters

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