AUA-Piloten: Die Voreiligen schauen durch die Finger

Bei der AUA ist ein umstrittener Zwangsumstieg der Pilotenverträge auf die 25 Prozent billigeren Tyrolean-Bedingungen vom Tisch. Pech für einige AUA-Piloten, die lieber kündigten als unter Tyrolean zu fliegen. Für sie gibt es kein Zurück.

Ein Sonderkündigungsrecht mit Höchstabfertigungen (bis zu 39 Monatsgehälter) wäre eigentlich erst in Kraft getreten, wenn die Auslagerung des AUA-Flugbetriebs auf Tyrolean rechtlich eingeleitet worden wäre. Im Vorgriff darauf hatten sich schon Dutzende Piloten, viele aus dem teuren "KV-alt", darum angestellt.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte AUA-Chef Jaan Albrecht in einer Telefonkonferenz nach dem Aufsichtsrat bestätigt, dass 40 AUA-Piloten, die beim Übergang nicht dabei sein wollen, das Unternehmen schon verlassen haben. Im Betriebsrat war von knapp 50 die Rede.

Heute mussten sich die Betroffenen darauf einstellen, dass diese einvernehmlichen Kündigungen nicht rückgängig zu machen sind, sollten sie das auch wollen. Einige sollen den Schritt schon bereut haben. Vor allem Optionen, bei betuchten Golf-Airlines weiterfliegen zu können, sollen nach Lektüre der dortigen (fehlenden) Pensionsregelungen nicht mehr so verheißungsvoll ausgesehen haben.

Das Unternehmen selbst wurde mit dem Schwall an Piloten-Abgängen vorweg im Sparkurs schon einmal unterstützt, zumal es im Konzern ohnedies einen Überhang an Piloten gibt. Daran ändert nichts, dass AUA-Chef Jaan Albrecht wiederholt betonte, dass er hoffe, es würden alle an Bord bleiben.

"Die Leute sind erwachsen", hat Bord-Betriebsratschef Karl Minhard heute gegenüber der APA die Causa kurz und bündig kommentiert. "Jeder der wieder kommen möchte, kann sich hinten einreihen." Der Betriebsrat selber hat den Kollegen wiederholt geraten abzuwarten und vor Massenabgängen gewarnt.

Im AUA-Konzern jagte heute eine Mitarbeiterinformation des Managements die andere, in Wien ebenso wie in Innsbruck. Zwischen den Bord-Belegschaften von AUA und Tyrolean sind in dem monatelangen Streit die Gräben tiefer geworden.

APA/hahn

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