50 Jahre Viennale: Retrospektive King Hu

50 Jahre Viennale: Retrospektive King Hu

Jubiläen im Allgemeinen, runde im Besonderen, werfen traditionell ihre Schatten voraus. Nicht anders ist das bei der 50. Viennale, die dieses Jahr mit 50 zusätzlichen Projekten ihr Jubiläum feiert.

Eines jener 50 Projekte, für die die Stadt Wien zusätzlich zum Budget noch einmal 50.000 Euro zu Verfügung stellte, ist eine weitere Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum. Die Werkschau des einflussreichen Martial-Arts-Regisseurs King Hu (Bild links, 1991 in Berlin), mit dem poetischen Titel 'A Touch of Zen' (D: Ein Hauch von Zen), stellt Hus Bedeutung für das asiatische Kino noch einmal schlüssig unter Beweis.

Bruce Lee, eine Ikone der Popkultur

Hatte der Fighter Bruce Lee mit seinen Filmen der 1960-er- und 70 Jahre ein popkulturelles Massenphänomen (Wer sich erinnert: Bruce-Lee-Poster in jedem zweiten Kinder/Jugendzimmer) ausgelöst, war es King Hu beschieden, das Martial-Arts-Kino auf eine höhere, auf eine poetische Ebene zu hieven.

Dieser poetische Zugang, verwurzelt im Musiktheater, Malerei und traditioneller chinesischer Kampfkunst, wurde auch sein Markenzeichen, eine Ästhetik, die viele Jahre später auch im Mainstream-Kino mit Filmen wie 'A Chinese Ghost Story' reüssierte.

The Big Picture

Hu (1931-1997) dachte in großen Dimensionen, er inszenierte keine kleinen Filme – außerdem ein echter 'auteur complet', der mit größter Sorgfalt und Perfektion in seinen großen Produktionen noch möglichst viel selbst machte. Ein Spagat, der auch nach Kassenschlagern wie 'Come Drink with Me' (1966), 'Dragon Inn' und 'The Valiant One' (1975) nicht dauerhaft durchzuhalten war. Die Geschichte tat ihr Übriges. Anfang der 1980er-Jahre bestimmten kantonesiche Produktionen das Hongkong-Kino, Hu verlor dramatisch an Bedeutung und drehte nur mehr vereinzelt. Er konnte und wollte sich mit den veränderten Verhältnissen nicht abfinden.
Seine eminent wichtige Position in der internationalen Filmgeschichte ist mittlerweile unumstritten – völlig zu Recht.

Zu überprüfen zwischen 25. Mai und 17. Juni im Österreichischen Filmmuseum.

-Marko Locatin

Infos und Programm: www.filmmuseum.at

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