Pet to Pet-Chef Christian Strasser spielt für sein Leben gern Fußball

Pet to Pet-Chef Christian Strasser spielt für sein Leben gern Fußball

Christian Strasser, Chef des Flaschenrecyclers Pet to Pet, powert sich gerne bei actionreichen Sportarten aus: ob beim Kicken, Surfen oder Moutainbiken …

Anpfiff! Christian Strasser, 47, dribbelt gekonnt über das Spielfeld, lässt einen Gegner nach dem anderen aussteigen. Ein letzter Haken, und er steht vor dem gegnerischen Tor. Schuss! Da wirft sich ein Verteidiger dazwischen, der Ball steigt übers Tor. Der Kampf beginnt erneut. Da foult ein gegnerischer Mittelfeldspieler Strasser schwer. Der steckt das weg. Nach zwölf Minuten steht es 2:1. Strasser hat sich gerade erst warmgelaufen. So hat es der Geschäftsführer von Pet to Pet Recycling Österreich gerne. „Beim Sport muss ich mich richtig verausgaben können, da muss Action dabei sein“, sagt er in der kurzen Pause. Es muss immer was los sein, ob beim Mountainbiken, Surfen oder Skifahren. Kicken ist für Strasser kein Dogma. Er saß während der Fußball-EURO nicht täglich vor dem Fernseher. Aber trotzdem hat das runde Leder eine zentrale Stellung in seinem Leben.

Der legendäre Fußballmontag

Seit drei Jahrzehnten trifft sich der Manager jeden Montagabend zum Fußballspiel mit Gleichgesinnten in der Halle. Austragungsort der Matches ist eine Schule in der Aspernallee in Wien-Leopoldstadt, und der Club heißt Play-4Fun. „Der Fußballmontag hat sich bei allen Familien bereits eingebürgert“, erzählt er lachend. Die Altherren-Partie ist noch immer ziemlich fit. Auch Sportverletzungen werden weggesteckt. „Freilich gibt es Schürfwunden, und manchmal überdehnt man die Bänder, aber Fußball ist ja kein Schachspiel“, meint Strasser. Er ist weder Stürmer noch Verteidiger: „In der Halle wechseln die Positionen ständig, nur Tormann bin ich nie, denn wenn ich spiele, dann aktiv“, erklärt er mit jugendlichem Elan.

Während der Woche gilt die Konzentration des Managers allerdings Pet to Pet im burgenländischen Müllendorf, wo eine der modernsten Recycling-Anlagen Europas steht. Das 2007 von der heimischen Getränkeindustrie (Coca-Cola, Radlberger, Rauch, Spitz und Vöslauer) initiierte Unternehmen verarbeitet und wiederverwertet jährlich 570 Millionen Pet-Flaschen.

Abschalten und regenerieren

Strasser pendelt täglich zwischen Wien und Müllendorf und arbeitet ohne Zeitgrenze. Trotzdem sorgt er dafür, dass seine Mitarbeiter eine vertretbare und geregelte Arbeitszeit haben. Aber auch für ihn gilt die Regel, „dass man abschalten muss, um sich wieder zu regenerieren, bevor man sich mit hängender Zunge durch den Alltag schleppt“. Diese Zeiten gab es auch, als der gelernte Maschinenbauer und Betriebswissenschaftler vor fünf Jahren zu Pet to Pet wechselte. Als der damalige Umweltverantwortliche bei Ottakringer für den Pet-to-Pet-Job angefragt wurde, sagte er nach kurzer Überlegung gleich zu. „Ich fand es hochinteressant, ein Unternehmen von der Pike an aufzubauen.“

Heute werden bereits zwei Drittel aller in Österreich gesammelten Pet-Flaschen wiederverwertet. In den neuen Flaschen stecken 30 Prozent Pet-Recyclingmaterial. „Ein funktionierender nachhaltiger Recycling-Kreislauf geht uns alle an, und richtiges Sammeln und Recyceln kann man nicht früh genug lernen. Denn Bottle-to-Bottle-Recycling ist zukunftsweisend“, wird Strasser nicht müde, sich für den Umweltschutz einzusetzen. Erst vergangene Woche lud er für kleine und große Interessierte zum Tag der offenen Tür.

Mit dem Rücken am Wasser radieren

Auch wenn Strasser auf den ersten Blick nicht wie ein Draufgänger ausschaut, muss er beim Sport immer den richtigen Kick finden. Dazu zählt auch das Windsurfen. „Ich bin zwar nicht der Superspezialist, fahre aber nur, wenn der Wind stärker ist als ich. Und wenn er nicht „richtig im Trapez hängen und mit dem Rücken am Wasser radieren kann“, verliert Strasser den Spaß. Beim Mountainbiken an der Eisernen Hand am Kahlenberg, wo die Steigung 25 Prozent beträgt, liebt er die Talfahrt ebenso wie beim Skifahren, „Hauptsache, es geht steil bergab“.

Ausnahmen bestätigen offenbar doch die Regel. Seit zwei Jahren hat der Recycler das einst „verachtete“ und „langweilige“ Golfspielen für sich entdeckt. „Ich dachte, Golf ist nichts für junge Leute“, mittlerweile hat sich das geändert, und es zählt zu seinen sportlichen Leidenschaften. „Golf ist ein total schöner Sport, bei dem ich wahnsinnig gut abschalten kann.“ Dabei spielt nicht der elitärste Platz eine Rolle: „Die beste Anlage ist die, die meinem Wohnort am nächsten ist, und das ist die Neunloch-Anlage Marco Polo in Floridsdorf.“ Ballwechsel: Am Montag heißt es wieder Anpfiff für die Altherren-Partie im Wiener Prater.

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