Volkswagen: Ein Quartal – 3,2 Milliarden Euro Gewinn

Europas größter Autokonzern Volkswagen hat im Auftaktquartal 2012 trotz hoher Investitionen den Gewinn kräftig ausgebaut. Unterm Strich standen am 31. März knapp 3,2 Mrd. Euro Überschuss in der Bilanz, 86,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. "Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag.

Die schlechteren Aussichten auf den europäischen Automärkten kann VW durch eine breite internationale Aufstellung kompensieren. Das China-Geschäft brummt und auch in den USA ist VW wieder erfolgreich. Die Aktie legte bis mittags um rund fünf Prozent zu.

Das Autojahr 2012 werde dem Konzern angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten sicher viel abverlangen, sagte Winterkorn. Dennoch ist der VW-Chef überzeugt: "Der Volkswagen Konzern kann mit Selbstvertrauen in die kommenden Monate gehen". Winterkorn begründete das auch mit mehr als 40 neuen Modellen, Nachfolgern und Produktaufwertungen in diesem Jahr - darunter auch der Audi A3 und der für den Herbst geplante neue Golf. Er rechnet deshalb unverändert mit einem neuen Rekord bei Umsatz und Auslieferungen sowie einem operativen Gewinn auf Vorjahresniveau.

Anhaltender Erfolg in China, Zuwächse aus der Beteiligung am Sportwagenbauer Porsche und positive Effekte aus der Bewertung der Kaufoption für weitere Porsche-Anteile waren die Hauptgründe für ein fast verdoppeltes Vorsteuerergebnis von 4,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,2 Mrd.). Allein aus den chinesischen Joint Ventures flossen in den ersten drei Monaten 848 Mio. Euro nach Wolfsburg. Der Konzernumsatz stieg um 26,3 Prozent auf 47,3 Mrd. Euro und damit stärker als die Auslieferungen, die um 11,1 Prozent auf 2,2 Mio. Autos zunahmen. Dazu hat allerdings auch die Eingliederung des im November 2011 übernommenen Maschinen- und Lastwagenbauers MAN beigetragen.

Das Betriebsergebnis steigerte der Konzern mit seinen zehn Marken im ersten Quartal auf 3,2 Mrd. Euro, das waren 10,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Den höchsten Anteil daran hatte wieder die Premiumtochter Audi, die ihr Ergebnis um mehr als ein Viertel auf 1,4 Mrd. Euro steigerte. Die Kernmarke Volkswagen verdiente trotz hoher Vorleistungen für das neue Baukastensystem in der Produktion 1,1 Mrd. Euro, 5,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Besonders gefragt seien derzeit Tiguan, Passat, Touareg und Sharan. Die Konzernkasse blieb auch nach der 1,4 Mrd. Euro teuren Aufstockung der Beteiligung an MAN mit 15,8 Mrd. Euro gut gefüllt.

Mit der Einführung des "modularen Querbaukastens" will VW künftig schneller auf schwankende Nachfrage reagieren, die Kostenstrukturen verbessern und seine Position auf den Weltmärkten festigen. Derzeit werden die Fabriken umgerüstet. Insgesamt übertrafen die Sachinvestitionen im ersten Quartal mit 1,7 Mrd. Euro deutlich den Vorjahreswert (0,9 Mrd. Euro).

Skoda ungebremst

Ungebremst entwickelte sich die tschechische Tochter Skoda, die mit 209 Mio. Euro knapp 12 Prozent mehr verdiente als zuvor. Bei der spanischen Marke Seat dagegen erhöhte sich der Verlust um 17 auf 29 Mio. Euro wegen gestiegener Fixkosten und Rabatten im rückläufigen spanischen Pkw-Markt. Auch die Tochter Scania kämpfte mit sinkender Nachfrage, die den Gewinn um 115 auf 262 Mio. Euro schrumpfen ließ. Die leichten Nutzfahrzeuge von Volkswagen verbuchten dagegen starkes Wachstum, das Ergebnis nahm um 34,1 Prozent auf 124 Mio. Euro zu. Und der Luxushersteller Bentley kehrte mit 2.000 verkauften Autos in die schwarzen Zahlen zurück - mit einem operativen Gewinn von 15 Mio. Euro.

APA

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