"Geld ist schon noch das Wichtigste"

Die nächste Chefin des Sauber-Teams über Machos, Finanzen und den Konkurrenten Red Bull.

FORMAT: Frau Kaltenborn, Herr Sauber hat Sie letztes Wochenende zu seiner Nachfolgerin bestimmt. Überrascht Sie das?

Monisha Kaltenborn: Nein, Herr Sauber hat immer schon gesagt, er wolle mit 70 nicht mehr in der Box stehen und seine Nachfolge sei klar. Ich bin davon ausgegangen, dass er damit mich meint, und es freut mich sehr, weil mir die Arbeit bei Sauber sehr viel Spaß macht.

Eine österreichische Tageszeitung hat unlängst über Sie getitelt "Diese Österreicherin sagt den Machos aus der Formel 1 den Kampf an“. Empfinden Sie das auch so?

Ich sehe das viel entspannter: Wenn man so lange Teil der Szene ist, sieht man, es ist gar nicht so eine Macho-Szene, wie man es von außen oft glaubt. Natürlich hat die Formel 1 ein gewisses Image, und es ist auch ein Faktum, dass es in führenden Positionen kaum Frauen gab.

Hätten Sie gerne weibliche Gesellschaft in der Formel 1?

Ja, das fände ich sehr gut. Aber ich denke, vielen Frauen fehlt einfach das Interesse an der Branche. Es war auch nicht unbedingt mein vordringlicher Wunsch, nach dem Studium in die Formel 1 zu wechseln. Meine Karriere im Motorsport war eher Zufall.

Wie schätzen Sie Red Bull als Konkurrenz ein?

Wir haben freundschaftliche Kontakte zum Team, zumal Red Bull bei uns ja einmal Anteilseigner war. Sie haben einen ganz tollen Weg zurückgelegt. Aber man kann sie nicht unbedingt mit anderen privaten Teams vergleichen, weil sie ganz andere finanzielle Mittel als etwa wir haben. Sie haben sehr viel beigetragen zum Entertainment im Sport.

Werden diese finanziellen Mittel von den anderen Teams mit Argwohn betrachtet?

Nein. Das ist zu akzeptieren. Aber man muss klar sagen: Je mehr Mittel ein Team hat, desto mehr kann es entwickeln. Und das schlägt sich dann eben in der Performance nieder. Red Bull ist für uns ein Ansporn. Wir möchten ähnliche Erfolge einfahren, allerdings mit weniger Geld.

Aber hat das Reglement hier nicht ohnehin schon zu Verbesserungen geführt in dem Sinn, dass Geld in der Formel 1 nicht mehr so wichtig ist wie früher einmal?

Geld ist schon noch das Wichtigste. Es hat zwar erste wichtige Schritte gegeben mit Budgetlimits in gewissen Bereichen, aber diese Limits sind immer noch sehr hoch angesetzt. Diesem ersten Schritt müssen aber viele andere folgen.

Was wünschen Sie sich da?

Man kann noch viel mehr reglementieren und damit die Kosten senken, ohne aber den Innovationsgedanken zu verlieren. Für mich wäre es ein Ziel, eine gewisse Zahl als Budgetcap festzulegen. Innerhalb dieser Bandbreite wären die Teams dann frei. Das würde der Formel 1 einen interessanten Aspekt geben.

Wie stark ist der Druck der Sponsoren auf Ihre Geschäftsführung?

Es gibt keinen Druck. Das sind Sponsoren, und nur so ist die Zusammenarbeit mit ihnen auch zu verstehen.

Sie suchen ja noch Sponsoren. Geht das mit diesem zweiten Platz jetzt leichter?

Wir sind auf jeden Fall interessanter für mögliche Partner. Das spürt man, auch wenn noch nicht zehn Sponsoren vor der Tür stehen und einen Vertrag mit uns abschließen wollen.

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